Blick auf das stillgelegte Kohlekraftwerk Moorburg an der Süderelbe.

Blick auf das stillgelegte Kohlekraftwerk Moorburg an der Süderelbe.

Bild: © Georg Wendt/dpa

Die Stadt Hamburg hat das stillgelegte Kohlekraftwerk Moorburg dem Energiekonzern Vattenfall abgekauft. Zum 1. März hätten die kommunalen Hamburger Energiewerke die Gesellschaft samt Gebäuden und den verbliebenen Teilen sowie das zugehörige Grundstück an der Moorburger Schanze erworben, teilte der Senat am Donnerstag mit. Über den Kaufpreis hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Ziel sei es, am Standort Moorburg eine Wasserstoff-Infrastruktur aufzubauen und Teile des Ex-Kraftwerkes für eine Versorgung der Stadt auf Basis erneuerbarer Energien zu nutzen.

 

Das Kraftwerk mit derzeit noch 94 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde im Juli 2021 im Rahmen des deutschen Kohleausstiegs nach sechs Jahren Betriebszeit stillgelegt. Seitdem bereitete die verbliebene Mannschaft laut Senat den Rückbau vor. Der tatsächliche Rückbau werde von den Hamburger Energiewerken erfolgen. «Die Moorburg GmbH hat umfangreiche Rückstellungen gebildet, um mit den in der Gesellschaft vorhandenen Barmitteln gleicher Höhe die Kosten für den Rückbau abzudecken.»

Blick in eines der beiden Kohlekreislager, das als Zwischenlager für Steinkohle diente. Da die Kohle weggeschaftt wurde, ist nur ein Rest von Schottermasse zu sehen. Vattenfall informierte während eines Pressetermins über den Rückbau des stillgelegten Heizkraftwerks Moorburg. 

Bild: © Georg Wendt/dpa

Moorburg war eines der modernsten Steinkohlekraftwerke in Deutschland und konnte mit seinen zwei Blöcken mit jeweils 827 Megawatt Leistung elf Terawattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das entspricht fast dem gesamten Strombedarf der Hansestadt. Der Bau hatte drei Milliarden Euro gekostet.

Idealer Wasserstoffstandort

«Moorburg ist wegen seiner Lage und Anbindung an Leitungen und Transportwege ein idealer Standort für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft», sagte Umweltsenator Jens Kerstan. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard berichtete, die Realisierung eines sogenannten Elektrolyseurs dieser Größenordnung in der Hansestadt gehe auf eine gemeinsame Anstrengung der Wirtschafts- und der Umweltbehörde zurück.

Finanzsenator Andreas Dressel bezeichnete den Kauf des Kraftwerks als gute Nachricht. «So können wir die Energiewende und die Wasserstoff-Zukunft vor Ort auf eigenem Grund gestalten - das passt perfekt zu unserer städtischen Boden- und aktiven Ankaufspolitik.» Die Interessen der Belegschaft seien auch berücksichtigt worden.

Abläufe werden durch Verkauf vereinfacht

Nach Angaben des Geschäftsführers der Hamburger Energiewerke, Christian Heine, vereinfacht der Kauf die Abläufe: Der Aufbau einer Wasserstoffproduktion und der Rückbau des Kraftwerks erfolge aus einer Hand. «Es liegt in der Natur der Sache, dass es zwischen Rückbau, Umnutzung und Aufbau einer neuen Infrastruktur widerstreitende Interessen und genehmigungsrechtliche Herausforderungen gibt. Diese Konflikte können wir mit dem Kauf künftig vermeiden.» (dpa/gun)

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