Das insolvente Unternehmen Kehag Energiehandel hat Einblick in seinen Sanierungsprozess gewährt. Der auf Industrie- und Gewerbekunden spezialisierte Versorger hatte im Dezember seine Strom- und Erdgaslieferungen gestoppt und wenig später einen Insolvenzantrag gestellt. (Die ZfK berichtete.)
Am 1. April hatte das Amtsgericht Oldenburg das gerichtliche Sanierungsverfahren eröffnet und Gerrit Hölzle von der Bremer Kanzlei Görg Insolvenzverwaltung zum Sachwalter bestellt.
Zwei Sanierungsgeschäftsführer
Das Unternehmen wird aktuell von drei Managern geleitet.
Geschäftsführer Jan Kästner wird von den Sanierungsgeschäftsführern Christian Kaufmann vom Insolvenzverwalter Pluta sowie von Raik Müller von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl unterstützt.
PPAs und Dienstleistungen
Ziel sei es, ertragreiche Geschäftsbereiche über einen Insolvenzplan zu erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung des Sanierungsteams. Dabei handele es sich um den PPA-Bereich sowie das Dienstleistungsgeschäft.
Dort kümmerten sich die Kehag-Mitarbeiter um die Vermarktung von Wind- und Photovoltaik-Anlagen. "Hier liegt eine große Kernkompetenz der Kehag Energiehandel", wird Sanierungsgeschäftsführer Raik Müller von der Kanzlei Rödl zitiert. "Diese Bereiche arbeiten profitabel."
Mehrere tausend Gläubiger
Inzwischen können auch Gläubiger ihre Forderungen anmelden. Kehag rechnet mit mehreren tausend Gläubigern, die dies auch tun werden.
Kehag Energiehandel ist Teil der Kehag-Gruppe, zu der etwa auch die Firma Kehag Messtechnik gehört. Die übrigen Gesellschaften der Gruppe sind laut Pressemitteilung vom Insolvenzantrag nicht betroffen.
Umsatz und Ergebnis
Im Geschäftsjahr 2020 hatte Kehag Energiehandel Umsatzerlöse von 216 Mio. Euro erzielt. Der Jahresüberschuss betrug 1,1 Mio. Euro. (aba)



