Die Gaskosten für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind laut einer Erhebung von Verivox auf Jahressicht um 28,2 Prozent gestiegen.

Die Gaskosten für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind laut einer Erhebung von Verivox auf Jahressicht um 28,2 Prozent gestiegen.

Bild: © Ilya Rumyantsev/Adobestock

Jetzt ist es ganz offiziell: Der Gasversorger Gas.de informiert auf seiner Homepage, dass er alle Erdgaslieferverträge mit Ablauf des 2. Dezember beendet hat. Als Grund wird die „historisch einmalige Preisentwicklung im Erdgasmarkt mit Preissteigerungen an den Beschaffungsmärkten um mehr als 400 Prozent“ angeführt. Die im Rahmen der Endabrechnung den Kunden zustehenden Guthaben sowie auch zeitanteilig die Neukundenboni würden ausbezahlt.

Die Ersatzversorgung der Kunden von Gas.de stellt angesichts der aktuell rekordhohen Börsenpreise für viele Grundversorger eine große Herausforderung dar, da die zusätzlichen Mengen teils zu den jetzigen Preisen beschafft werden müssen.
 

Tübingen übernimmt als Ersatzversorger 200 Gas.de-Kunden

Die Stadtwerke Tübingen etwa müssen als Grundversorger 200 Kunden des Gasversorgers zu Beginn der laufenden Heizperiode in die Ersatzversorgung übernehmen. Weil das Gas kurzfristig im Energiegroßhandel eingekauft werden muss, führen die Tübinger ab sofort einen neuen Grund- und Ersatzversorgungstarif im Erdgas für Haushaltsneukunden ein.

Beim neuen Tarif „TüGas Basis 2“ hätten die swt einen marktgerechten Preis kalkuliert. Darin spiegele sich das hohe Preisniveau an den Energiemärkten wider.

Für alle Bestandskunden ändere sich nichts, heißt es in einer Pressemitteilung. Alle swt-Bestandskunden bei Strom und Erdgas hingegen profitieren von der langfristigen Beschaffungsstrategie der swt. Dadurch könnten extreme Preisspitzen abgemildert werden und die swt können ein vergleichsweise stabiles Preisniveau bieten.

Kiel und EWV in Stolberg in größerem Maße betroffen

Da es sich bei Gas.de um einen größeren Gasanbieter handelt, sind die Stadtwerke in einem größeren Ausmaß vom Thema Ersatzversorgung betroffen als bei den jüngsten Liefereinstellungen oder Insolvenzen. Die Stadtwerke Kiel übernehmen etwa rund 1400 Kunden von Gas.de in die Ersatzversorgung, bei der EWV in Stolberg sind es laut Lokalzeitung rund 2900.

Die Gas.de Versorgungsgesellschaft hat ihren Sitz in Kaarst und wurde im Jahr 2010 gegründet. Sie gehört wie der Stromversorger Stromio zu dem in den Niederlanden ansässigen Konzern Universal Utility International.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Trading Hub Europe (THE), der Marktgebietsverantwortliche für den deutschen Gasmarkt, der Gas.de Versorgungsgesellschaft die Bilanzkreisverträge gekündigt hat. Die Kündigung ist seit Freitag, 3. Dezember, 6 Uhr, gültig. Die Bilanzkreise des Stromversorgers Stromio sind laut ZfK-Informationen nicht betroffen und bestehen weiterhin. (hoe)

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