MET Germany steigt im deutschen Gassektor ins Bilanzkreis-Pooling ein. Wie die Tochter des Schweizer Energiekonzerns MET der ZfK mitteilte, soll die Abwicklung am 1. Januar 2022 starten.
Konkret können Energieversorger ihre Bilanzkreise mit dem Rechnungsbilanzkreis der MET Germany verbinden. Damit werden Über- und Unterspeisungen der einzelnen Bilanzkreise in diesem Rechnungsbilanzkreis zusammen bilanziert und Kosten für Ausgleichsenergie gespart.
Keine Grundgebühr
Der Dienstleister verrechnet die Bilanzierungskosten weiter. Überschüsse sollen abzüglich eines Dienstleistungsentgelts an die Kunden ausgeschüttet werden. Eine Grundgebühr gebe es nicht, schreibt das Unternehmen.
Die Abrechnung der Bilanzierungskosten sei sehr einfach gehalten, heißt es. Dadurch seien Aufwandskosten beispielsweise durch die Rechnungsprüfung gering.
GVS zieht Bilanzkreispool zurück
MET Germany könnte in eine Lücke stoßen, die der Gasversorger GVS mit dem Rückzug seines Bilanzkreispools Bikpool hinterlassen wird. Die EnBW-Tochter hatte im Sommer angekündigt, Bikpool zum 1. Oktober einzustellen. Die Teilnehmerzahl dort lag nach ZfK-Informationen zuletzt im mittleren zweistelligen Bereich.
Die GVS hatte damals erklärt, dass die Rahmenbedingungen für den Betrieb eines Rechnungsbilanzkreises nicht mehr passend seien. Der Betrieb von Bikpool sei deshalb in der bisherigen Form nicht mehr wirtschaftlich umsetzbar.
Zweistellige Zahl an Interessenten
Nach eigenen Angaben löste das neue Angebot von MET Germany großes Interesse aus. Innerhalb weniger Stunden nach Bekanntgabe habe sich eine zweistellige Zahl an Interessenten gemeldet, heißt es.
Das Unternehmen will in den nächsten Wochen weiter auf potenzielle Kunden zugehen. Es geht davon aus, dass sich die Zahl der Interessenten noch deutlich erhöhen werde.
Gaslieferung an Großkunden
Projektleiter ist Moritz Buschmann, der bereits bei seinem vorherigen Arbeitgeber Gas-Union die Entwicklung des Bilanzkreis-Poolings verantwortet hat.
MET Germany startete Anfang dieses Jahres mit Gaslieferungen an Großkunden. Seit Markteintritt habe es sich sehr gut positionieren können, teilt das Unternehmen mit. Bereits dieses Jahr könne es "mehrere Terawattstunden (TWh)" Gas an Industriekunden absetzen.
Auch erste Stadtwerke beliefert
Auch erste Stadtwerke und Weiterverteiler würden beliefert. Inzwischen arbeiten nach eigenen Angaben mehr als zehn Mitarbeiter für MET Germany. (aba)



