Hier geht es um Milliarden: Jean-Claude Schmiedle, Geschäftsführer der Energiedienste Stuttgart, Bürgermeister Thomas Fuhrmann, OB Frank Nopper, Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke, Martin Rau, Kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke.

Hier geht es um Milliarden: Jean-Claude Schmiedle, Geschäftsführer der Energiedienste Stuttgart, Bürgermeister Thomas Fuhrmann, OB Frank Nopper, Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke, Martin Rau, Kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke.

Bild: © Thomas Niedermüller Rechte: Stadt Stuttgart

Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart will bis 2035 klimaneutral sein. Klar ist, dass dafür auch die Stadtwerke Stuttgart investieren müssen. Der Gemeinderat hat nun am Donnerstag, 15. Dezember, ein Investitionspaket über drei Milliarden Euro bewilligt und neue Vorgaben für die kommunalen Stadtwerke entsprechend dem städtischen Klima‐Fahrplan beschlossen.

Die Stadtwerke Stuttgart sind für ein Viertel der städtischen CO2-Emissionen verantwortlich. Damit Stuttgart klimaneutral wird, müssen sie den größten Einsparungsbeitrag in der Stadt leisten. Dafür sind Investitionen von drei Milliarden Euro vorgesehen, die erste Milliarde soll bereits in den nächsten vier Jahren aufgewendet werden. Im gleichen Zeitraum soll das Unternehmen von 100 auf 450 Beschäftigte anwachsen.

"Wir wollen unsere Energieversorgung stärker in die eigene Hand nehmen und mit einem gewaltigen Kraftakt auf erneuerbare Energien umstellen", sagt Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU). Die Stadtwerke spielten die Hauptrolle, wenn es um die Erreichung der Klimaneutralität geht.

Zu den Leitplanken der Stadtwerke gehören der weitere Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, die Erschließung erneuerbarer Wärmequellen in Stuttgart, der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Entwicklung neuer Produkte anhand von Kundenwünschen.

Ökostrom aus Eigenerzeugung

Konkret wollen die Stadtwerke Stuttgart den von ihnen vertriebenen Ökostrom künftig selbst erzeugen: Angestrebt werden bis 2035 eine Erzeugungsmenge von etwa 1,7 Terawattstunden pro Jahr. Zu diesem Zweck investiert das Unternehmen in Windparks und großflächige Photovoltaik-Freiflächenanlagen – so nah wie möglich und wenn möglich, auch in der Stadt. "Der Vorteil eigener Erzeugung liegt auf der Hand: Wir werden unabhängiger und können den Kunden stabilere Preise anbieten", Peter Drausnigg, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke.

Ladeinfrastruktur verzehnfachen

Zudem bauen die Stadtwerke Stuttgart die Ladeinfrastruktur weiter aus: ­­Ziel bis 2035 14.000 Ladepunkte im Stadtgebiet – privat und öffentlich zugänglich. Das sind zehnmal so viele Säulen wie es aktuell gibt. Die Ladesäulen und auch alle Wärmeerzeugungsanlagen sollen mit 100 Prozent Ökostrom aus Eigenerzeugung betrieben werden.

40.000 Wohnungen klimaneutral heizen

Allein bei der Wärmewende rechnen die Stadtwerke Stuttgart mit einer Investitionssumme von 700 Millionen Euro bis 2035. Das Unternehmen möchte zu diesem Zweck alle erneuerbaren Wärmequellen im Stadtgebiet erschließen, darunter insbesondere Abwasserwärme, außerdem Luft- und Erdwärme sowie, wenn möglich, auch Wärme aus dem Neckar. Je nach verfügbaren Quellen können die Wärmelösungen leitungsgebunden oder objektbezogen sein.

"Unser Fokus liegt auf lokaler Erzeugung, nah am Verbraucher. Wichtig ist, dass die jeweils günstigste Technologie zum Einsatz kommt. Wir bleiben also immer technologieoffen und behalten Innovationen wie möglicherweise Wasserstoff ebenfalls im Auge und erproben diese", betont Peter Drausnigg. Bis 2035 sollen so 40.000 Wohnungen klimaneutral mit Wärme versorgt werden, das wäre jede achte Wohnung in der Stadt.

Um diese Vorhaben im Wärmesektor zu finanzieren, brauchen die Stadtwerke mehr Eigenkapital. Der Bedarf wird auf 300 Millionen Euro geschätzt. Davon wurden bereits 100 Millionen Euro bewilligt. Da im Wärmesektor nur schwer kostendeckende Lösungen realisierbar sind, sollen die Energiedienste Stuttgart GmbH (EDS) für die kommenden zehn Jahre damit betraut werden, auf städtischen Flächen Anlagen zur Wärmeversorgung wie auch Wärmenetze zu errichten und zu betreiben.(pfa)

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