Die Rhenag-Vorstände Catharina Friedrich und Hans-Jürgen Weck blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Die Rhenag-Vorstände Catharina Friedrich und Hans-Jürgen Weck blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Bild: © Rhenag

Der Kölner Regionalversorger Rhenag hat im vergangenen Geschäftsjahr erneut von seinem breit abgestützten Geschäftsmodell profitiert und sehr solide Jahreszahlen vorgelegt. Das Ergebnis vor Steuern blieb zwar mit 36 Mio. Euro deutlich unter dem des Vorjahres (2019: 46,3 Mio. Euro), ebenso der Jahresüberschuss mit 28,4 Mio. Euro (2019: 34,2 Mio. Euro). Der deutliche Ergebnisrückgang im Vergleich zum Vorjahr ist aber laut Pressemitteilung in erster Linie auf Sondereffekte im Netzbereich zurückzuführen.

Zwar habe man auch die zurückgehende Energienachfrage und die daraus resultierende Netzauslastung bei den Netztöchtern gespürt, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten sich aber für die Rhenag in Grenzen gehalten. "Wir sehen allenfalls Dellen in einzelnen Segmenten, aber keinen Einbruch auf breiter Front", erklärte Rhenag-Vorstand Hans-Jürgen Weck. Der Umsatz blieb mit 179,3 Mio. Euro (178,7 Mio.) nahezu konstant.

Rückgang beim Gasabsatz, Zuwächse beim Strom

"Unser Geschäftsmodell hat sich in dem sehr schwierigen vergangenen Jahr einmal mehr als sehr robust erwiesen", erklärte Rhenag-Vorständin Catharina Friedrich.

Im Energiebereich fiel die Bilanz unterschiedlich aus. Der Gasabsatz, das Versorgungsgebiet der Rhenag reicht vom rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis bis in den nördlichen Westerwald, ging insbesondere aufgrund der erneut sehr hohen Temperaturen 2020 um rund 8 Prozent zurück auf 1,6 Mrd. kWh. In der kleineren Stromsparte verzeichnete der Energiedienstleister dagegen dank anhaltender Kundenzuwächse ein Absatzplus von 4 Prozent auf 220 Mio. kWh und blieb weiter auf Wachstumskurs.

Zulegen konnte das Unternehmen laut Pressemitteilung auch in dem noch jungen Segment der nachhaltigen Energielösungen. Die hohe Nachfrage von Eigenheimbesitzern habe hier zu einem deutlichen Anstieg der Verkäufe von PV-Anlagen, heißt es.

IT-Sparte legt weiter zu

Im Netzbereich ging das Ergebnis der Rhenag-Töchter Rhein-Sieg Netz und Westerwald-Netz hingegen deutlich zurück. Dafür werden zwei Gründe genannt: Zum einen wurden 2020 keine Sondererlöse aus Netzverkäufen mehr vereinnahmt, zum anderen sanken die Netznutzungsentgelte durch das Warmjahr 2020 und durch den coronabedingten Nachfragerückgang deutlich.

Anders das Bild im EVU-Dienstleistungsgeschäft: Hier setzte der Regionalversorger nach eigenen Angaben seinen Wachstumstrend mit steigenden Umsatz- und Kundenzahlen ungebrochen fort. Insbesondere die IT-Sparte mit ihrer "lima-Software" sei 2020 außerordentlich erfolgreich gewesen und habe sich in allen großen Ausschreibungen gegen den Wettbewerb durchgesetzt, heißt es. 2020 konnten elf neue EVU als Kunden hinzugewonnen werden. Auch die Stadtwerke Pforzheim und St. Wendel sowie der Gummersbacher Aggerenergie nutzten mittlerweile die "lima-Software".

Zuwächse im Beteiligungsgeschäft

Im klassischen Beteiligungsgeschäft (ohne Netztöchter) hat das Unternehmen nach eigenen Angaben das bereits sehr gute 2019er Ergebnis noch einmal übertreffen können. Gerade diese gute Performance der Beteiligungsgesellschaften wird als Beleg dafür gewertet, dass die „enge Kooperation im Rhenag-Netzwerk eine zeitgemäße strategische Antwort auf steigende Branchenanforderungen“ sei.

Strategische Partnerschaft von Rheinenergie und Eon als große Chance

Große Chancen für sein Beteiligungsgeschäft sieht die Rhenag hier im vergangenen Jahr vollzogenen strategischen Kooperation ihrer Gesellschafter Westenergie und Rheinenergie. Die beiden Aktionäre hatten angekündigt, ihre Beteiligungen im „erweiterten Rheinland“ unter dem Dach der Rhenag zusammenzuführen. Das laufende Jahr sei ein Vorbereitungs- und Übergangsjahr, in dem es darum gehe, die in Frage kommenden Gesellschaften für den Rhenag-Ansatz zu gewinnen.

Operativ zeigt sich der Rhenag-Vorstand zuversichtlich, dass sich die positive Geschäftsentwicklung ungeachtet der Corona-Pandemie im laufenden Jahr fortsetzen wird. Geplant wird für das Geschäftsjahr 2021 mit einem Ergebnis vor Steuern von rund 38,7 Mio. Euro und einem ausschüttbaren Gewinn von rund 29 Mio. Euro. (hoe)

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