RWE-Vorstandsvorsitzender Markus Krebber

RWE-Vorstandsvorsitzender Markus Krebber

Bild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Der Essener Energiekonzern RWE hat das Geschäftsjahr 2023 mit einem satten Ergebnisanstieg abgeschlossen. Das bereinigte Nettoergebnis belief sich 2023 auf 4,54 Mrd. Euro und damit gut 1,3 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert und etwa 700 Mio. Euro oberhalb des ausgerufenen Korridors zwischen 3,3 und 3,8 Mrd. Euro.

Dabei sei es dem Unternehmen gelungen, in allen Segmenten zu wachsen, sagte Vorstandschef Markus Krebber bei der Vorstellung der Jahresbilanzzahlen in Essen. Ausnahme bildete lediglich das "Ausstiegsgeschäft mit Kohle- und Kernenergie", bei dem das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebidta) von 751 Mio. Euro im Vorjahr auf 705 Mio. Euro zurückgegangen ist. Ab sofort bekommt das Kerneenergie- und Kohlesegment die Bezeichnung "Ausstiegstechnologien".

RWE wächst in fast allen Segmenten

Das bereinigte gesamte Ebitda des Konzerns belief sich 2023 auf 8,4 Mrd. Euro. Das entspricht einem Anstieg um über 2 Mrd. Euro. Vorrangig lag dies an einem starken Handelsergebnis und hohen Erträgen aus dem internationalen Kraftwerkeportfolio, ordnete RWE-Finanzvorstand, Michael Müller, das Jahresergebnis ein.

Neuer Name für "Wasser/Biomasse/Gas

Nach Segmenten aufgeteilt, steuerte die zusammengefasste Einheit "Wasser/Biomasse/Gas" mit 3,2 Mrd. Euro den größten Anteil zum bereinigten Ebitda bei (Adjusted Ebidta 2022: 2,4 Mrd. Euro). Dabei habe RWE unter anderem von den kurzfristigen Kraftwerkseinsätzen im Ausland profitiert. Ab 2024 trägt dieses Segment den Namen "Flexible Erzeugung. Auch im Energiehandel habe RWE bei "nahezu allen Produkten" Zuwächse erreicht und ein bereinigtes Ebitda von 1,6 Mrd. Euro erwirtschaftet (2022: 1,2 Mrd. Euro). Jedoch war das Vorjahresergebnis mit einem Einmaleffekt in Höhe von 748 Mio. Euro belastet. Dieser resultierte aus Sanktionen auf Kohlelieferungen aus Russland.

In den Erneuerbarensegmenten setzt RWE indes seine "Growing-Green-Strategie" fort. 2023 stammen 35 Prozent der Strommengen aus regenerativen Erzeugungsquellen, sagte Krebber. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sei das Erzeugungsportfolio um über 160 Anlagen gewachsen, was einer Gesamtkapazität von 6.300 MW entspricht. Einen wesentlichen Anteil machten dabei Ergebnisse des anorganischen Wachstums des Energiekonzerns aus.

Zukauf in den USA

Im März 2023 hatte der Kauf von Con Edison Clean Energy Businesses RWE auf Anhieb zum viertgrößten Unternehmen des Landes für Erneuerbare gemacht. Der Preis von gut 6,3 Mrd. Euro machte zugleich den Großteil der Investitionen des Konzerns im Jahr 2023 aus, die sich auf 11,4 Mrd. Euro beliefen. Weitere Mittel flossen in neue PV- und Windkraftanlagen sowie Batteriespeicher in den USA und Europa.

"Netz- und Projektausbau besser abstimmen"

Angesichts der Ausbauziele im Erneuerbarensegment im Rahmen der Growing-Green-Strategie des Konzerns betonte Krebber erneut die Wichtigkeit einer besseren Abstimmung vom Netzausbau und dem Bau von Erneuerbarenanlagen. "Wir müssen diese Prozesse besser synchronisieren", sagte er. Denn das würde die Energiewende nicht langsamer machen, sondern auch noch günstiger. Dabei seien auch Priorisierungen notwendig: Oft, so Krebber, seien die Anschlüsse der Erneuerbarenanlagen teuerer als ihre potenzielle energetische Ausbeute.

Im laufenden Jahr werde RWE nicht an das 2023-Ergebnis anknüpfen können, stellte CEO Krebber fest. Das bereinigte Ebitda sieht demnach ein Ergebnis im Korridor zwischen 5,2 und 5,8 Mrd. Euro vor. Damit halte der Konzern an seiner Prognose aus dem November vergangenen Jahres fest, obwohl die Strompreise schneller und deutlicher gefallen sind als zunächst angenommen. Unter dem Strich sei ein Strompreisverfall allerdings gut für den Standort Deutschland, betonte Krebber. (am)

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