Bis 2030 will RWE sein Erneuerbarenportfolio auf weltweit 65.000 MW ausbauen. Dafür hat das Unternehmen im Rahmen seiner Wachstums- und Investitionsstrategie "Growing Green" zwischen 2024 und 2030 Investionen in Höhe von rund 55 Mrd. Euro netto angekündigt.
Nach Unternehmensangaben ist der Investitionsplan bis 2030 bereits vollständig finanziert. Etwa 80 Prozent seines Finanzmittelbedarfs decke RWE aus dem Cash Flow des operativen Geschäfts. Zudem habe der Konzern "jederzeit Zugang zum Fremdkapitalmarkt".
Fokus auf die Erneuerbaren
Neben der Investition in die Erneuerbaren, auf die 75 Prozent des Betrags entfallen werden, soll das Geld in Speichertechnologien, Flexibilisierung und Wasserstoffprojekte fließen. In Deutschland wolle RWE zudem wasserstofffähige Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von 3.000 MW errichten.
Kohlenmeiler: Reserveüberführung möglich
Parallel zum Erneuerbarenausbau treibe RWE seinen schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung kontinuierlich voran, sagte Vorstandschef der RWE AG, Markus Krebber, im Gespräch mit Journalisten. Sein Unternehmen werde Kohlestrom bis 2030 produzieren, danach sei es der Bundesregierung überlassen, wie sie mit den Kohlenmeilern verfahre. Auch der Übergang in die Reserve sei möglich, "dann aber auf eigene Rechnung", betonte er.
Die aktuellen Prognosen bei der Kohleverstromung habe RWE nach unten korrigiert. Zum einen liege das an einer sinkenden Nachfrage aus der Industrie, auch wenn das allgemeine Nachfrageniveau sich stabil hält. Der andere Grund ist laut Krebber aber die Verdrängung des Kohlestroms durch den immer schneller werdenden Erneuerbarenausbau: Ökostrom verdrängt Kohlestrom.
Seit 2021 flossen bereits 20 Mrd. Euro in die weltweiten Erneuerbarenprojekte. Zudem hat das Unternehmen nach eigenen Angaben in dieser Zeit auch seine Kapazitäten um 9.000 MW auf 35.000 MW ausgebaut. Aktuell würden sich zudem 100 Projekte mit insgesamt 7.800 MW in zehn Ländern im Bau befinden.
Europa und die USA als zentrale Märkte für RWE
Den geografischen Schwerpunkt der Investitionen würden nach wie vor Industrieländer bilden, teilte RWE weiter mit. Etwa die Hälfte des geplanten Betrags soll in die europäischen Märkte fließen. Allein in Deutschland plane das Unternehmen, in den kommenden sieben Jahren rund 11 Mrd. Euro netto zu investieren. Das entspricht einer Steigerung von 20 Prozent im Heimatmarkt gegenüber der bisherigen Investitionsplanung für die gesamte Dekade.
Neben Deutschland und Großbritannien bleiben auch die USA ein wichtiger Wachstumsmarkt. Bereits jetzt kann RWE dort einige Fortschritte aufweisen. So hatte der Energiekonzern im März den Kauf von Con Edison Clean Energy Businesses (Con Edison CEB) abgeschlossen und damit zum viertgrößten Unternehmen für Erneuerbare des Landes aufgestiegen.
Das Portfolio der neu gegründeten US-Gesellschaft RWE Clean Energy umfasst 8.000 MW Gesamtleistung. Weitere von mehr als 24.000 MW sollen in der Pipeline sein. Für die Transaktion zahlte RWE umgerechnet 6,21 Mrd. Euro. Im Zuge der "Growing-Green-Strategie" sollen bis 2030 etwa 15 Mrd. Euro in den US-Markt fließen.
Positive Ergebnisentwicklung erwartet
Bis 2040 will RWE sein Portfolio dekarbonisieren und klimaneutral machen. Die Investitionen im Rahmen der "Growing-Green“-Strategie sollen sich aber auch wirtschaftlich lohnen: Mit dem Investitionsprogramm erwartet der Konzern eine Steigerung des Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 14 Prozent jährlich.
2030 soll das Ebidta dann über 9 Mrd. Euro betragen. Das bereinigte Nettoergebnis in dieser Dekade wächst laut Unternehmensplan jährlich um durchschnittlich 12 Prozent - auf dann 3 Mrd. Euro 2030. (am)
