Der britische Mineralölkonzern Shell will offenbar den Speicherhersteller Sonnen verkaufen. Wie das "Handelsblatt" berichtet soll ein Verkaufsprospekt einer Reihe von möglichen Interessenten zugesendet worden sein. Darunter Stromanbieter wie Eon und Octopus Energy, sowie Wettbewerbern wie Enphase, Solaredge und einer Reihe von Finanzinvestoren.
Shell selbst sowie die Investmentbank Nomura Greentech, die den Verkauf vorantreiben soll, lehnen derzeit eine Stellungnahme ab. Allerdings ist bereits länger bekannt, dass Shell das Erneuerbaren-Geschäft zunehmend kritisch sieht und sich wieder stärker auf Öl und Gas konzentrieren möchte.
Fokus auf Performance
So hatte Shell erst vor wenigen Tagen sein Stromkundengeschäft im Privatkundenbereich in Deutschland und Großbritannien an den britischen Rivalen Octopus Energy verkauft. (Die ZfK berichtete) Außerdem hat der Ölkonzern in den vergangenen Monaten mehrere Projekte in der Windenergie und bei Biokraftstoffen eingestellt.
Im Sommer hatte der neue Shell-CEO Wael Sawan angekündigt, wieder stärker auf "Performance, Disziplin und Simplifizierung" setzen zu wollen. Das bislang unprofitable Geschäft von Sonnen scheint dazu nicht zu passen.
Bisher kein Gewinn
Laut dem "Handelsblatt" verbuchte der Allgäuer Speicherhersteller 2022 zwar einen Umsatz von 350 Mio. Euro und steigerte sich damit deutlich gegenüber dem Jahr 2020 (133 Mio. Euro). Allerdings machte das Unternehmen bislang keinen Gewinn.
Nun könnte Shell sich von Sonnen trennen oder zumindest eine Mehrheit von 51 Prozent abgeben. Wie das "Handelsblatt" weiter berichtet, müsste Interessenten etwa 1,35 bis 1,8 Mrd. Euro zahlen. Im Jahr 2019 hatte Shell den Speicherhersteller noch für rund 500 Mio. Euro erworben. (jk)



