Der britische Energieversorger Octopus Energy kauft das Privatkundengeschäft von Shell Energy in Großbritannien und Deutschland. Eine entsprechende Vereinbarung hat das Unternehmen mit der Shell-Tochter Impello Limited unterzeichnet, wie Octopus mitteilt. Damit gewinnt der Erneuerbaren-Spezialist nach eigenen Angaben rund zwei Mio. neue Kunden.
Davon sind 1,4 Mio. Haushaltsstromkunden und 500.000 Breitbandkunden. In Deutschland vergrößert sich der Kundenstamm demnach auf fast 300.000.
110.000 Kunden in Deutschland
Die Übernahme erfolge nach einem von Shell durchgeführten Wettbewerbsverfahren, heißt es. Die ZfK hatte bereits im Juni berichtet, dass Shell sein Privatkundengeschäft in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien verkaufen möchte.
Damals hieß es, Shell sei mit den Margen nicht zufrieden. Laut der Nachrichtenagentur Reuters versorgte der Energiekonzern zu dem Zeitpunkt insgesamt 110.000 Kunden in Deutschland mit Strom und Gas.
Übernahme Ende 2023
Die Übernahme durch Octopus Energy soll wahrscheinlich im vierten Quartal 2023 erfolgen. Die bestehenden Lastschriften der bisherigen Kunden von Shell Energy sollen demnach automatisch auf eine neues Konto bei Octopus übertragen werden. Allerdings steht die behördliche Genehmigung für den Deal noch aus.
Octopus hat mit großen Kundenmigrationen Erfahrung. In Großbritannien hat das Unternehmen kürzlich mehr als 1,5 Mio. Kunden des Energieversorgers Bulb innerhalb von sechs Monaten übertragen.
Eine Mio. Kunden
Octopus Energy Deutschland hatte kürzlich, anlässlich der Ernennung von Bastian Gierull zum CEO, neue Wachstumsziele angekündigt. So solle das Strom-Retail-Geschäft in den nächsten zwei Jahren auf eine Million Kunden wachsen. Auch den Einbau von intelligenten Stromzählern möchte das Unternehmen vorantreiben. Darüber hinaus entwickelt Octopus intelligente Tarife und bietet auch Wärmepumpen an.
In Großbritannien prüfen Shell und Octopus Energy laut Mitteilung auch, im Bereich der E-Mobilität zusammenzuarbeiten. So seien etwa eine Kooperation für Out-of-Home-Charging und gemeinsame Werbeaktionen denkbar. In Deutschland befinden sich die E-Mobilitäts-Lösungen von Octopus dagegen noch in der Entwicklung. (jk)



