Zeigten sich zufrieden mit der Entwicklung der Stadtwerke Andernach: (von links) Bürgermeister Claus Peitz (CDU), Jan Deuster (Technischer Geschäftsführer), Lars Hörnig (Kaufmännischer Geschäftsführer) und Oberbürgermeister Achim Hütten (SPD).

Zeigten sich zufrieden mit der Entwicklung der Stadtwerke Andernach: (von links) Bürgermeister Claus Peitz (CDU), Jan Deuster (Technischer Geschäftsführer), Lars Hörnig (Kaufmännischer Geschäftsführer) und Oberbürgermeister Achim Hütten (SPD).

Bild: © Stadtwerke Andernach

Bei den Stadtwerken Andernach dürften sie gespannt auf den 1. Juli blicken. Denn dann entscheidet sich, wer im Netzgebiet des Kommunalversorgers im Norden von Rheinland-Pfalz für die nächsten drei Jahre Strom-Grundversorger wird.

Bislang steht dieses Privileg dem Energiekonzern Eon zu. "Mit Blick auf unser stetiges Wachstum sind wir aber guten Mutes, im Juli selbst diesen Status zu erlangen", sagte Lars Hörnig, Kaufmännischer Geschäftsführer des Unternehmens, auf der Jahrespressekonferenz. Derzeit haben die Stadtwerke nach eigenen Angaben knapp 6000 Stromkunden.

Stadtwerke sind bereits Gas-Grundversorger

2014 hatte sich der Kommunalversorger der 31.000-Einwohner-Stadt im Energiebereich neu ausgerichtet. Erstmals übernahm er den Betrieb des Andernacher Strom- und Gasnetzes selbst. Gleichzeitig startete das Unternehmen den Vertrieb der Energieprodukte Bäckerjungenstrom und Bäckerjungengas.

Schon 2019 wurden die Stadtwerke Grundversorger im Gasbereich. (Die ZfK berichtete.) Einen Status, den sie über dieses Jahr hinaus behalten wollen.

Telekommunikation und Breitband

Als neues Geschäftsfeld können sich die Stadtwerke Andernach die Bereiche Telekommunikation und Breitband vorstellen. An einem staatlich geförderten Programm zum Breitbandausbau in der Stadt beteiligten sie sich jedoch schlussendlich nicht.

Das Unternehmen wolle nun abwarten, welcher Anbieter den Zuschlag bekomme. "Unsere Aufgabe ist es dann zu schauen, ob es noch Sinn hat, netztechnisch oder über Bündelprodukte mit Strom und Gas in das Thema einzusteigen, um so noch attraktiver für Kunden zu werden."

Gute Geschäftszahlen

Wirtschaftlich meisterte der Kommunalversorger das Corona-Jahr 2020 gut. Am Ende stand ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von mehr als 1,1 Mio. Euro.

Vor allem die Energietochter schnitt deutlich besser ab als erwartet. Deren Betriebsergebnis lag mit 820.000 Euro um etwa 300.000 Euro über den Planwerten. Als größte Ertragsbringer erwiesen sich einmal mehr Strom- und Gasnetzbetrieb.

"Müssen aufpassen"

Dass sich diese Einnahmenquellen etwa durch Senken der Eigenkapitalsverzinsung bald verringern könnten, sieht Hörnig mit Sorge. "Wir müssen aufpassen, dass die Strom- und Gasinfrastruktur nicht auch irgendwann einen Investitionsstau hat. Diese Situation vermeiden wir nur dann, wenn wir ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt bekommen, um die notwendigen Investitionen in Ausbau und Ertüchtigung unserer Netze zu erhalten."

Die Stadtwerke Andernach teilen sich in zwei Gesellschaften. Die erste Gesellschaft ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt Andernach und kümmert sich um den örtlichen Rheinhafen, die lokale Wasserversorgung, den Stadtlinienverkehr sowie um das Hallenbad und die Parkhäuser.

EVM an Energietochter beteiligt

Die zweite Gesellschaft Stadtwerke Andernach Energie verantwortet vorwiegend den Netzbetrieb Strom und Gas sowie den Strom- und Gasvertrieb. Knapp 75 Prozent der Anteile hält die Kommune selbst. Die restlichen Anteile entfallen auf den kommunalen Regionalversorger Energieversorgung Mittelrhein (EVM) in Koblenz. (ab)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper