Deutschlands größter Entsorger Remondis will bei den insolventen Stadtwerken Bad Belzig einsteigen. In einem ersten Schritt will das Unternehmen mit der brandenburgischen Kommune eine gemeinsame Bad Belzig Beteiligungsgesellschaft, kurz BBB, betreiben, wie ein Sprecher der ZfK bestätigte.
Dabei wurde vereinbart, dass die Stadt 51 Prozent der Anteile hält und Remondis die restlichen 49 Prozent. Bürgermeister Roland Leisegang war für eine Stellungnahme nicht unmittelbar erreichbar.
Stadtwerke grundlegend "solides Unternehmen"
Remondis halte die Stadtwerke Bad Belzig für ein grundlegend "solides und gutes Unternehmen", sagte der Konzernsprecher auf ZfK-Nachfrage. Der Entsorger wolle das Unternehmen in der jetzigen Form erhalten und als privater Partner einen ganz neuen Investitionshorizont bieten, was etwa die Themen Energiewende und Dekarbonisierung betreffe.
Der Sprecher verwies darauf, dass Remondis schon zuvor erfolgreiche öffentlich-private Partnerschaften begründet habe. Unter anderem ist der Konzern an der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, kurz FES, beteiligt. (Die ZfK berichtet.)
Sanierung noch im dritten Quartal?
Ende 2021 hatten die Stadtwerke Bad Belzig einen Insolvenzantrag stellen müssen. Dem waren offenbar Spekulationsgeschäfte des damaligen Geschäftsführers Hüseyin Evelek vorausgegangen, die zu einem millionenschweren Schaden geführt hatten.
Noch befinden sich die Stadtwerke Bad Belzig im Insolvenzverfahren. Sachwalter ist der Berliner Anwalt Jürgen Spliedt. Er zeigte sich in der Vergangenheit zuversichtlich, dass eine Sanierung des Unternehmens bis zum dritten Quartal dieses Jahres gelingen könne. Er entscheidet auch mit, ob dem gemeinsamen Angebot von Stadt und Remondis zugestimmt wird.
Gas-Grundversorger in Bad Belzig
Bürgermeister Leisegang hatte in der Vergangenheit bekräftigt, dass er eine Zerschlagung der Stadtwerke vermeiden wolle. Mit dem Remondis-Plan wäre ein solches Szenario tatsächlich abgewendet.
Die Stadtwerke Bad Belzig sind Gas-Grundversorger in der Kommune. Zudem sind sie vor Ort für Fernwärme sowie Trink- und Abwasser zuständig. Die hauseigene Stromsparte samt Kunden hatte das Unternehmen dagegen Ende vergangenen Jahres abgestoßen. (aba)



