Die Stadtwerke Düsseldorf steigen aus dem bundesweiten Strom- und Gasvertrieb aus. Der Versorger wolle sich künftig auf die Heimatstadt und die Region konzentrieren, bestätigte ein Unternehmenssprecher der ZfK.
Heißt auch: Privatkunden außerhalb Nordrhein-Westfalens haben bereits Kündigungen erhalten oder werden diese in der nächsten Zeit bekommen. Nach Unternehmensangaben ist eine fünfstellige Anzahl davon betroffen. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet.
Zwei Kündigungswellen
Die Kündigungen erfolgten in zwei Wellen, erklärte der Sprecher: diesen Monat und Mitte 2023. "Die Kündigungszeitpunkte sind individuell, abhängig vom jeweiligen Vertrag."
Die Konzentration auf das Vertriebsgebiet Düsseldorf und Region sei ein zentraler Bestandteil der neuen Unternehmensstrategie, teilte der Sprecher mit. Deren Umsetzung sei durch die äußeren Rahmenbedingungen beschleunigt worden. Gemeint sind extrem hohe und schwankende Beschaffungspreise seit Herbst 2021, eine Lage, die durch den russischen Überfall auf die Ukraine verschärft wurde.
Fall Flensburg
Dazu komme, dass die Stadtwerke Düsseldorf im Zuge der Energiekrise viele neue Kunden in die Grundversorgung aufgenommen hätten. "Die in unserer Strategie ohnehin vorgesehene Konzentration auf den Kernmarkt Düsseldorf und Region führt nun dazu, dass wir wirtschaftliche Risiken vermeiden und damit auch perspektivisch handlungsfähig bleiben."
Bereits im September hatten die Stadtwerke Flensburg angekündigt, aus dem bundesweiten Gasvertrieb auszusteigen und sich auf das Heimatbundesland Schleswig-Holstein zu beschränken. Betroffen waren hier nach eigenen Angaben 45.000 Kunden. Strom verkauft das Kommunalunternehmen dagegen weiterhin überregional. (Die ZfK berichtete.)
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39 Stromangebote bei Check 24
Andere bundesweite Anbieter tasten sich derweil wieder zurück in den Markt. Auf dem Vergleichsportal Verivox waren für das Gebiet Düsseldorf am Dienstag 33 Stromangebote gelistet. Bei Check 24 waren es sogar 39 Tarife. (aba)



