Die hohen Preise im Großhandel machen auch den Vertrieben zu schaffen.

Die hohen Preise im Großhandel machen auch den Vertrieben zu schaffen.

Bild: © Marijan Murat/dpa

Inmitten starker Preisschwankungen am Gasmarkt gehen die Stadtwerke Flensburg einen drastischen Schritt. Im Laufe der kommenden Monate stellen sie die bundesweite Belieferung von rund 45.000 Erdgaskunden ein, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte.

Ausgenommen sind demnach 6800 Erdgaskunden im eigenen Bundesland Schleswig-Holstein. In Flensburg selbst werden ohnehin mehr als 90 Prozent der Haushalte mit Fernwärme versorgt.

"Konsequentes Handeln" erfordert

"Auf Basis der finanziellen Rahmenbedingungen ist es für ein mittelgroßes Stadtwerk eine große Herausforderung, überhaupt noch Erdgaslieferanten zu finden, die bereit sind, Lieferverpflichtungen einzugehen, ohne erhebliche Sicherheitsaufschläge zu berechnen", argumentierte der Sprecher auf ZfK-Nachfrage.

"Das anhaltend hohe Einkaufspreisniveau für Erdgas und die extrem sprunghafte Marktentwicklung führen in der Kalkulation, der Beschaffung und im Vertrieb zu erheblichen finanziellen Risiken." In Summe stelle eine Fortsetzung des deutschlandweiten Erdgasvertriebs für ein Unternehmen mittlerer Größe derzeit ein steigendes Risiko dar. Die aktuellen Rahmenbedingungen erforderten "konsequentes Handeln".

Weiter bundesweiter Stromvertrieb

Bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2021 Anfang Juni hatte Flensburgs Stadtwerkechef Dirk Wernicke noch betont, dass sein Unternehmen am bundesweiten Vertrieb "strategisch" festhalten wolle. Schon damals gab er aber zu, dass der Fokus auf dem Strom- und weniger auf dem Gasvertrieb liege.

Tatsächlich versichern die Stadtwerke nun, dass die rund 260.000 internen und bundesweiten Stromkunden weiter beliefert würden. Das Unternehmen werde dieses Geschäft ausbauen, sobald die Marktsituation dies zulasse. (aba)

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