Nach 121 Jahren ist Schluss. Die Stadtwerke Elzach im Südwesten Baden-Württembergs ziehen sich zum Jahresende aus dem Stromvertrieb zurück, wie aus einer Presseaussendung hervorgeht.
Damit geben sie auch ihre Funktion als Grundversorger in der Kernstadt der 7300-Einwohner-Kommune auf. Derzeit beliefern die Stadtwerke nach eigenen Angaben etwa 2000 Stromkunden. Neuer Grundversorger wird der Energiekonzern EnBW, der bereits in allen Ortsteilen von Elzach diese Rolle innehat.
"Enormes Preisrisiko"
Die Stadtwerke verweisen im Schreiben auf "dramatische Preissprünge" am Energiemarkt und das "enorme Preisrisiko", das sie als Stromweiterverteiler ohne eigene Erzeugungskapazitäten tragen müssten. Dies führe dazu, dass sie keine wettbewerbsfähigen Angebote mehr unterbreiten könnten.
Laut Preisblatt, das vom 1. Juli dieses Jahres datiert, berechnen die Stadtwerke aktuell 30,91 Cent pro kWh. Mit einberechnet ist hier bereits das Absenken der EEG-Umlage auf Null.
Trinkwasser und Freibad
Die Stadtwerke Elzach sind als städtischer Eigenbetrieb organisiert. Sie versorgen die Gesamtstadt mit Trinkwasser und betreiben ein Freibad.
Das Unternehmen ist mindestens der dritte Grundversorger, der sich seit Beginn der Energiekrise im Herbst vergangenen Jahres aus dem Energievertrieb zurückzieht. Das Stromunternehmen Ziegler, Grundversorger im kleinen Kappelrodeck (Baden-Württemberg), hatte sich bereits Ende 2021 verabschiedet.
Extremfall Kappelrodeck
Ihm folgt zum Ende Dezember das Energiewerk Ortenau, das noch zu Jahresbeginn die grundversorgten Kappelrodeck-Stromkunden von Ziegler übernommen hatte.
Bei der Bundesnetzagentur hat dieses Jahr bislang übrigens noch kein Grundversorger die Beendigung der Energiebelieferung angezeigt, wie die ZfK auf Anfrage erfuhr. Insgesamt zählt die Bundesbehörde acht Energielieferanten, die ihren Haushaltskundenvertrieb künftig vollständig einstellen wollen oder bereits eingestellt haben. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2021 waren es 41 Energieversorger, die diesen Schritt gegangen sind. (aba)



