Der Bund versenke viel Geld bei der Förderung des Nahverkehrs, findet der Bundesrechnungshof.

Der Bund versenke viel Geld bei der Förderung des Nahverkehrs, findet der Bundesrechnungshof.

Bild: © K.-U. Häßler/Adobe Stock

Seit Wochen gab es offenbar Spekulationen, nun steht fest: Die "Energiewerk Ortenau Energiegesellschaft GmbH & Co. KG" (EWO) stellt aufgrund der „dramatischen Entwicklungen an den Energiemärkten“ zum Jahresende ihre Geschäftstätigkeit ein. Rund 5500 Strom- und 300 Gaskunden des 2012 als reiner Vertriebsgesellschaft gegründeten Unternehmens aus Baden müssen sich einen neuen Lieferanten suchen – und das zu deutlich höheren Preisen. Die bestehenden Lieferverträge werden bis zum Laufzeitende erfüllt.

„Die Strom- und Erdgasbeschaffungspreise sind so stark gestiegen, dass die erforderliche Liquidität zur Energiebeschaffung zu unkalkulierbaren finanziellen Risiken für die Gesellschaft und die kommunalen Gesellschafter führen würden“, heißt es in einer Mitteilung auf der Homepage des EWO. Deshalb hätten sich die Eigentümer in einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung in der vergangenen Woche dazu entschlossen, den Vertrieb geordnet zum Ende dieses Jahres einzustellen. Laut den „Badischen Neuesten Nachrichten“ soll es hinter den Kulissen zuvor Rettungsversuche gegeben haben. Man habe nach einem Partner gesucht, um eine gemeinsame Gesellschaft zu gründen, wird der Oberbürgermeister von Achern, Klaus Muttach, in der Regionalzeitung zitiert.
 

Gesellschafter der EWO sind neben den Ortenau-Kommunen Achern, Rheinau, Renchen, Kappelrodeck, Sasbach, Oppenau und Sasbachwalden (sie halten insgesamt 51 Prozent der Anteile) auch das Elektrizitätswerk Mittelbaden aus Lahr und die Badenova mit jeweils 24,5 Prozent. Das EWO hatte noch zum Jahreswechsel Hunderte Kunden des aus dem Markt ausgeschiedenen Grundversorgers E-Werk Ziegler in Kappelrodeck übernommen. Seitdem gab es offenbar einen Aufnahmestopp für Neukunden. In Kappelrodeck ist das EWO Grundversorger, in den anderen Gemeinden die Süwag.

Stammkapital der Gesellschafter soll erhalten geblieben sein

Das EWO hatte keine eigenen Mitarbeiter und arbeitete mit verschiedenen Dienstleistern zusammen. Geschäftsführer ist laut Impressum Matthias Friedrich, der bei Badenova unter Vertrag steht. Man habe in den vergangenen zehn Jahren kostendeckend gearbeitet, das von den Gesellschaftern erhaltene Stammkapital sei erhalten geblieben, heißt es weiter in der Mitteilung. Unklar ist aber noch, ob im laufenden Jahr Verluste entstanden sind, die von den Gesellschaftern übernommen werden müssen.

Erst vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass die Stadtwerke Bad Säckingen aufgrund von Millionenverluste in der Beschaffung und einer massiven Unterkapitalisierung in eine Schieflage geraten waren. Die Stadt Bad Säckingen und der Minderheitsgesellschafter Energiedienst planen das Unternehmen mit einer Kapitalspritze von 15 Mio. Euro zu stabilisieren. (hoe)

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