Die Stadtwerke Gelsenkirchen (SG) und ihre Tochtergesellschaften schließen das Geschäftsjahr 2021 mit einem Konzernverlust in Höhe von rund 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: 7,3 Mio. Euro) ab, teilt das Unternehmen seine Zahlen am Donnerstag mit.
Dennoch zieht der Konzern das Fazit, dass sich insgesamt die Ertrags- und Vermögenslage besser als erwartet entwickle. Die SG-Gruppe erzielte im Jahr 2021 Umsatzerlöse in Höhe von 59,2 Mio. Euro (Vorjahr: 61,6 Mio. Euro). Die Liquidität der SG-Gruppe gilt weiterhin als stabil und ihr Bestand sei durch den Fehlbetrag nicht gefährdet.
Gelsen-Net: Umsatztreiber, aber auch Fehlbetrag
Wesentliche Säulen der Geschäftstätigkeit der SG-Gruppe bleiben auch im Geschäftsjahr 2021 die Telekommunikation, die Verpachtung der Strom- und Gasnetze sowie die vielfältigen Freizeitangebote für die Gelsenkirchener*innen. Die Tochtergesellschaft GELSEN-NET trägt 23,5 Mio. Euro (Vorjahr: 24,9 Mio. Euro) zum Umsatz bei.
Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 743.000 Euro (Vorjahr: 922.000 Euro). Hierbei fiel das Ergebnis besser aus als geplant. Der wesentliche Grund dafür ist die Verzögerung im Rahmen des Förderungsprojektes Kreis Recklinghausen und die daraus resultierende Verschiebung des Aktivierungszeitpunktes des Telekommunikationsnetzes. Dadurch fielen die Abschreibungen geringer als geplant aus. Die Gesellschaft konnte höhere Eigenleistungen aktivieren.
Freizeitbereiche litten unter Corona
Die Freizeitbereiche der SG-Gruppe (SPORT-PARADIES und Bäder, emschertainment und ZOOM Erlebniswelt) erbrachten zusammen Umsatzerlöse in Höhe von 11,2 Mio. Euro. Das Strom- und Gasnetzgeschäft erzielte im Berichtsjahr Erlöse in Höhe von rund 8,8 Mio. Euro, das waren 24 Prozent weniger als im Vorjahr (10,9 Mio. Euro).
SG Netz gegründet
Da es absehbar ist, dass die Pachterlöse für Strom- und Gasnetze in den kommenden Jahren geringer ausfallen werden, steuert die Geschäftsführung nun gegen: Sie hat eine Tochtergesellschaft, die Stadtwerke Gelsenkirchen Netz (SG Netz) zum Dezember 2021 gegründet. Damit möchte sie das Risiko einer Schmälerung der Erlösobergrenze aufgrund der aktuellen Regulierungspraxis durch die Bundesnetzagentur entgegenwirken. Die SG Netz wird die Planung, der Bau, die Finanzierung, der Betrieb sowie die Verpachtung von Strom- und Gasversorgungsanlagen und Telekommunikationsnetzen und -anlagen übernehmen.
Der Geschäftsverlauf der Gelsenkirchener Logistik-, Hafen- und Servicegesellschaft mbH, kurz GELSEN-LOG., gestaltete insgesamt positiv. So erzielte das Unternehmen einen Jahresüberschuss in Höhe von rund 1 Mio. Euro (Vorjahr: Verlust 2,1 Mio. Euro). Parallel dazu, beendet es seinen Pachtvertrag mit der Stadt Rostock und dem Best Western Hanse Hotels.
Zuversichtlich für die nächsten Jahre
Geschäftsführer Harald Förster stimmt indes darauf ein, dass auch „die nächsten Jahre ein Kraftakt für die SG-Gruppe“ würden. Das letzte Geschäftsjahr war durch Corona bedingt und mit strukturellen Anpassungen komplex und herausfordernd. „Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir 2021 die ersten entscheidenden strategischen Schritte unternommen haben, um uns für die geänderten Rahmenbedingungen zukunftsfest aufzustellen“, betont Förster. In einer Reihe von Projekten stehen die weitere Ausgestaltung und Umsetzung einer neuen Unternehmensstrategie sowie die Optimierung interner Prozesse und Strukturen im Mittelpunkt.
Ab Juli wird außerdem Manfred Ackermann gemeinsam mit Förster die Stadtwerke Gelsenkirchen GmbH führen. Gleichzeitig wird er auch Geschäftsführer der Emscher Lippe Energie GmbH. Der gebürtige Münsteraner ist aktuell noch Geschäftsführer der Stadtwerke Emden. (gun)



