Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Konstanz.

Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Konstanz.

Bild: © Stadtwerke Konstanz

Civey-Umfrage

Die Turbulenzen am Energiemarkt haben bei den Stadtwerken Konstanz im vergangenen Jahr auch im Vertriebsgeschäft zu einem negativen Ergebnis geführt und zwar von über drei Mio. Euro. Die Folge: Der Kommunalversorger konnte erstmals die Verluste in den defizitären Sparten ÖPNV und Bäder nicht vollständig gegenfinanzieren. Unterm Strich steht für den Gesamtkonzern ein Ergebnis vor Steuern von minus 13,5 Mio. Euro, bereits im Vorjahr hatte das Unternehmen, vor allem coronabedingt, einen Verlust von 2,4 Mio. Euro vor Steuern ausgewiesen. Der Umsatz sank leicht auf 167,8 Mio. Euro (2020: 169,2 Mio.).

Die seit dem Frühjahr 2021 drastisch gestiegenen Beschaffungspreise hätten bei gleichzeitig preisstabilen Kundentarifen zu Margenverlusten geführt, heißt es in der Pressemitteilung. Ebenso die Übernahme von Kunden, deren Anbieter ihre Lieferzusagen nicht eingehalten hatten. Für das laufende Jahr wurde hier bereits für Lieferzusagen eine höhere Rückstellung gebildet.

Umfrage

Aber auch die Coronapandemie setzte dem Unternehmen massiv zu. Der Umsatzrückgang im Busbetrieb konnte zwar noch aus dem ÖPNV-Rettungsschirm kompensiert werden, bei den Bodensee-Schiffsbetrieben resultierte aber trotz eines Fahrgastanstiegs erneut ein Minus und zwar in Höhe von etwas mehr als zwei Mio. Euro. Die Bädergesellschaft verzeichnete knapp 20 Prozent weniger Besucher als im Vorjahr, unterm Strich lag das Defizit hier bei 6,5 Mio. Euro.

Geschäftsführer Reuter sieht viel Potenzial bei Wärme-, Energie- und Mobilitätswende

„Nach vielen sehr guten und ertragsstarken Jahren muss auch ein solches Ergebnis akzeptiert werden. Aufbauend auf unserer sehr stabilen Eigenkapitalquote konsolidieren wir jetzt all unsere Kosten- und Ertragsbereiche, denn die Leistungen der Stadtwerke werden im Zuge der Wärme-, Energie- und Mobilitätswende sowie der Anforderungen der Digitalisierung weiterhin und mehr denn je gebraucht“, erklärte Geschäftsführer Norbert Reuter.

Die internen Kosten habe man bereits gesenkt. Geschäftsfelder, die künftig Ertrag bringen, würden ausgebaut. So werde die Gewinnschwelle (Break-Even)  für den Bereich Telekommunikation ab 2025 erreicht. Außerdem sei geplant, Parkhäuser von der Stadt zu übernehmen und gegebenenfalls auch ein neues Parkhaus am Brückenkopf Nord zu bauen.

Im Fokus sollen künftig vor allem Maßnahmen für den Klimaschutz stehen. So wurde beschlossen, keine zweite Gasanbindung zu bauen. Das Unternehmen setze vermehrt auf alternative Energien, vor allem auf Wärmenetze und Fotovoltaik. Die E-Mobilität werde ebenfalls stark ausgebaut. Die ersten sechs E-Busse wurden bereits in Betrieb genommen. Bis 2025 sollen 23 neue Elektrobusse angeschafft werden. Damit werde die halbe Busflotte umweltfreundlich unterwegs sein, heißt es in der Pressemitteilung.

Weitere BHKW sollen gebaut werden

Die Ertüchtigung der Netze bleibt ein Investitionsschwerpunkt des Unternehmens. Im Plan stehen der Neubau des Umspannwerks Weiherhof und weitere Erneuerungen der Versorgungsanlagen. Geplant ist der Bau weiterer Blockheizkraftwerke (BHKW) und Fotovoltaik-Anlagen als Beitrag zur Energiewende. Die strategische Wärmenetzplanung werde als Grundlage für den Bau von erneuerbaren Wärmenetzen vorangetrieben, heißt es. Die Unternehmensgruppe steigerte ihre Investitionen im vergangenen Jahr um knapp zehn Prozent auf rund 34 Mio. Euro. (hoe)

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