Die im Bau befindliche LNG-Fähre der Stadtwerke Konstanz liegt im Fährhafen in Staad.

Die im Bau befindliche LNG-Fähre der Stadtwerke Konstanz liegt im Fährhafen in Staad.

Bild: © Stadtwerke Konstanz

Der Rohbau der LNG-Fähre der Stadtwerke Konstanz liegt immer noch im Hafen in Staad am Bodensee. Seit die mit dem Bau beauftragte Werft Pella Sietas Anfang August Insolvenz angemeldet hat, ruhen die Arbeiten. Aktuell führen Mitarbeiter der Stadwerke kleinere Arbeiten durch, um das Schiff winterfest zu machen.

Vor wenigen Tagen wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Hamburger Werft eröffnet. „Wir haben den Insolvenzverwalter bereits aufgefordert, eine endgültige Aussage zum Weiterbau des Schiffes zu treffen“, sagt ein Sprecher der Stadtwerke Konstanz auf ZfK-Anfrage. Erst wenn rechtsverbindlich geklärt sei, ob die Werft an dem Schiff weiter baue oder nicht, könne der Kommunalversorger über eine mögliche Alternativlösung entscheiden.

200 Mitarbeitern der Werft droht der Verlust des Arbeitsplatzes

Laut ZfK-Informationen soll das Prestigeprojekt auf jeden Fall erfolgreich abgeschlossen werden. „Denkbar ist, dass wir ein anderes Unternehmen mit der Fertigstellung der Fähre beauftragen“, bestätigt denn auch der Stadtwerke-Sprecher. Diese Option gilt als sehr wahrscheinlich. Dass die Werft das Schiff fertig baut, sei zwar nicht ausgeschlossen, er rechne aber nicht mehr damit, hatte bereits Mitte September der zuständige Insolvenzverwalter Achim Ahrendt gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender SWR erklärt.

Das Insolvenzgeld war Mitte September bereits nahezu verbraucht, alle rund 200 Beschäftigten der nach eigenen Angaben ältesten Werft Deutschlands standen vor der Kündigung. Verbindliche Übernahmeangebote von Investoren für das Unternehmen oder bestimmte Aufträge lagen nicht vor. Keiner der Investoren könne und wolle die vorhandenen Aufträge zu den vereinbarten Konditionen fortführen, hatte Ahrendt vor rund drei Wochen gegenüber dem NDR betont.

Pella Sietas war 2014 bereits einmal insolvent und war damals von einem russischen Unternehmen übernommen worden. Laut dem Insolvenzverwalter schrieb das Schiffbauunternehmen aus Hamburg-Neuenfelde seitdem rote Zahlen.

Auswirkungen auf Kosten- und Zeitplan der Stadtwerke noch unklar

Was die jüngste Entwicklung rund um die Werft für den anvisierten Zeit- und Kostenplan der Stadtwerke Konstanz mit Blick auf die LNG-Fähre bedeuten, ist noch unklar. Eigentlich sollte diese bereits im Frühjahr 2020 den Betrieb aufnehmen, nach Verzögerungen wurde bis vor kurzem dann eine Inbetriebnahme im Frühjahr 2022 angestrebt. Die Gesamtkosten wurden zuletzt mit rund 20,2 Mio. veranschlagt. (hoe)

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