Ab 2025 wollen die Stadtwerke München so viel Ökostrom produzieren, wie ganz München verbraucht. Ein wesentlicher Baustein hierbei sind Beteiligungen an großen Offshore-Windparks, wie Global Tech I, in der südlichen Nordsee.

Ab 2025 wollen die Stadtwerke München so viel Ökostrom produzieren, wie ganz München verbraucht. Ein wesentlicher Baustein hierbei sind Beteiligungen an großen Offshore-Windparks, wie Global Tech I, in der südlichen Nordsee.

Bild: © Stadtwerke München

Die Stadtwerke München werden ab April kommenden Jahres den Strompreis um zehn Cent pro Kilowattstunde senken. Ab Januar verdoppelt sich Arbeitspreis, wie angekündigt, damit erst Mal auf 61,89 Cent, ab April soll er dann auf 51,89 Cent reduziert werden. Der Grundpreis bleibt laut Pressemitteilung unverändert bei 128,38 Euro pro Jahr. Ausnahme sind die Verträge mit Preisgarantie, die zum 1. Januar 2023 ohnehin nicht erhöht werden.

Ermöglicht werde die Preissenkung durch die geplanten Abmilderungen bei der geplanten Gewinnabschöpfung zur Finanzierung der Strompreisbremse, heißt es weiter. Diese werde nicht mehr rückwirkend im September dieses Jahres, sondern erst im Dezember 2022 starten. Deshalb müssten die SWM aus den Erträgen ihrer Windparks weniger als ursprünglich angekündigt an den Bund abführen. Dadurch gewonnene Spielräume werde man nun zur Senkung der Preise für die Kund*innen nutzen, auch wenn der Stromvertrieb dadurch vorübergehend mit Verlust arbeiten werde. Die SWM würden durch die Abschöpfung von Gewinnen ihrer Windparks einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung der Strompreisbremse leisten.

Mit der Senkung entspreche das Unternehmen auch dem dringenden Wunsch des Oberbürgermeisters. Die Stadtpolitik habe zuletzt den Anspruch deutlich gemacht, dass die SWM möglichst bald wieder zu den günstigsten Anbietern in Deutschland gehören sollen.

Verdopplung der Strompreise trotz eines großen, regenerativen Erzeugungsportfolios?

Mit der für Januar angekündigten Verdopplung der Strompreise rangieren sie bei bundesweiten Preisvergleichen ab Januar erst Mal auf den ganz vorderen Plätzen. Ein Thema, dass die Lokalzeitungen in den vergangenen Wochen immer wieder aufgegriffen haben. Auch in der Kommunalpolitik war das naturgemäß ein größeres Thema. Die Fraktion der Linken im Stadtrat etwa wollte mit einer Anfrage herausfinden, warum die Strompreise in München deutlich stärker ansteigen als in anderen Städten Deutschlands. „Wie kann das sein, wenn die Stadtwerke München doch mit ihrem großen regenerativen Erzeugungsportfolio eigentlich von den Großhandelspreisen profitieren müsste“, lautete die flankierende These.

SWM verkaufen erzeugten Strom am Großhandelsmarkt

Die Erklärung lieferte SWM-Chef Florian Bieberbach Ende November in einem Interview mit dem „Münchner Merkur“. „ Wir verkaufen den Strom am Großhandelsmarkt, unser Vertrieb kauft dann wieder vom Großhandel – und verkauft den Strom an unsere Kunden“, verdeutlichte er. Natürlich könne man den Endkundenpreis mit den Gewinnen der Windparks subventionieren. Mit Blick auf die anstehende Erlösabschöpfung habe man davon aber abgesehen und unterstütze einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger mit finanziellen Hilfen über einen „Wärmefonds“.

Mit ihrer spezifischen Beschaffungsstrategie hätten die Stadtwerke München in den vergangenen 15 Jahren im überregionalen Vergleich stets sehr attraktive Strompreise bieten können, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Leider habe die diesmalige Beschaffung dazu geführt, dass die SWM ab 1. Januar 2023 erstmals im oberen Preisbereich liegen.

Ein Münchner Durchschnittshaushalt in der Grundversorgung, mit einem jährlichen Verbrauch, von 2.500 kWh zahlt ab Januar abzüglich der Unterstützung durch die Preisbremse 1237,83 Euro pro Jahr. Ab April 2023 sinkt der Betrag dann auf 1187,83 Euro pro Jahr. (hoe)

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