Die Stadtwerke Osnabrück planen, die Gaspreise zum 1. Juli deutlich anzuheben. "Die Kunden müssen sich darauf einstellen, dass sich die Abschläge verdoppeln", sagte Vorstandsvorsitzender Christoph Hüls in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Der Kommunalversorger hatte vor Kurzem bekanntgegeben, im vergangenen Jahr einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe eingefahren zu haben. (Die ZfK berichtete.) Das sei jedoch nicht der Grund für die bevorstehende Preisrunde, wandte Hüls ein.
Doppelt so teuer und trotzdem billiger als bei Verivox
Bislang zahlt ein Osnabrücker Durchschnittshaushalt im Gas-Grundversorgungstarif 6,63 Cent pro kWh. Bei einer Verdopplung und unter Ausklammerung des Grundpreises müssten Kunden folglich mit etwa 13 Cent pro kWh rechnen.
Damit wäre der Preis aber noch immer niedriger als Tarife beim Vergleichsportal Verivox. Dort verlangte der günstigste Anbieter am Donnerstagnachmittag 15,10 Cent pro kWh. Die Stadtwerke Osnabrück sind Grundversorger in der eigenen Stadt sowie in der angrenzenden Gemeinde Lotte.
Verlust von 15 Mio. Euro kolportiert
Nach eigenen Angaben decken sich die Stadtwerke Osnabrück zum größten Teil am Terminmarkt mit Strom und Gas ein. Drei bis fünf Prozent bezieht der Versorger aber demnach über den Spotmarkt.
Stark gestiegene Beschaffungskosten waren nach Aussage des Unternehmens auch der Hauptgrund dafür, dass das Defizit im vergangenen Jahr so hoch ausfiel. Ein genaues Ergebnis liegt noch nicht vor. Die von der "Neuen Osnabrücker Zeitung" genannten 15 Millionen Euro stritt Hüls im Interview allerdings nicht ab.
"Nicht zwingende" Investitionen auf der Kippe
Der Stadtwerkechef schwor auch seine Belegschaft auf härtere Zeiten ein. "Wir haben eine klare Ausgabendisziplin eingefordert", sagte er. "Wir müssen extrem diszipliniert sein – bei Investitionen und Aufwand. Das betrifft auch [das] Personal."
Zudem würden "nicht zwingende" Investitionen auf der Kippe stehen. Der Manager nannte neue Umkleidekabinen im Bäderbereich als Beispiel.
Preisaufschlag: "Andere werden folgen"
Hüls prognostizierte, dass die Stadtwerke Osnabrück nicht die Einzigen bleiben würden, die ihre Gaspreise deutlich erhöhen. "Wir machen da den Anfang und ganz viele andere werden uns folgen", sagte er. Und: "Das neue Preisniveau werden wir dauerhaft haben. Davon bin ich leider sehr überzeugt." (aba)



