Der Essener Stromkonzern Steag verkauft seine 100-prozentige Tochter Power Minerals (SPM). SPM bietet Kraftwerksnebenprodukte wie Flugasche an, die den CO2-Fußabdruck reduzieren sollen. Das tschechische Unternehmen EP Power Europe werde die Steag-Anteile übernehmen, heißt es in einer gemeinsamen Presseaussendung.
Die Essener begründen diesen Schritt damit, dass das Profil von Power Minerals nach dem beschlossenen Kohleausstieg in Deutschland nicht mehr zu Steag passe. Insofern sei der Verkauf eine Entscheidung gewesen, "die wir nicht mit dem Herzen, sondern aus der fürsorglichen Verantwortung zum Wohle der SPM und der Sicherheit der Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter" getroffen hätten, erklärt Joachim Rumstadt, Vorsitzender des Konzerns.
Steag im Umstrukturierungsprozess
Der Vollzug des Deals steht unter dem Vorbehalt entsprechender Genehmigungen, insbesondere der Wettbewerbsbehörden. Er soll voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen sein. Zu finanziellen Details vereinbarten die Unternehmen Stillschweigen.
Steag befindet sich mitten in einem Umstrukturierungsprozess: weg von Kohlekraftwerken hin zu einem erneuerbaren Portfolio sowie zu smarten, ganzheitlichen Energielösungen. Im Herbst 2020 teilte der Konzern mit, voraussichtlich etwa 1000 seiner 3500 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen zu wollen. (Die ZfK berichtete.)
155 Mitarbeiter arbeiten bei SPM
Mit dem Verkauf soll der Fortbestand Steag Power Minerals langfristig gesichert werden. Da die Kohleverstromung in den meisten Ländern Europas als Brückentechnologie bestehen bleibe, trage die Verarbeitung von Flugasche weiterhin wesentlich zur Reduzierung der Umweltbelastung bei, heißt es in der Pressemitteilung. SPM suche und investiere zudem in Projekte mit alternativen Materialquellen.
Nach Unternehmensangaben arbeiten aktuell rund 155 Mitarbeiter bei Steag Power Minerals. Sie sollen komplett übernommen werden. Die Hauptstandorte befinden sich in Dinslaken, Lünen und Gladbeck (alle in Nordrhein-Westfalen). (ab)
Siehe auch: Steags PV-Tochter will mit Joint Venture in Südosteuropa expandieren
