Laut einer neuen Studie plant jeder dritte Stromkunde den Anbieterwechsel. Unter Neukunden ist es fast die Hälfte. Achtung: Dieses Symbolbild wurde von Künstlicher Intelligenz generiert.

Laut einer neuen Studie plant jeder dritte Stromkunde den Anbieterwechsel. Unter Neukunden ist es fast die Hälfte. Achtung: Dieses Symbolbild wurde von Künstlicher Intelligenz generiert.

Bild: © GustavsMD/AdobeStock

Von Andreas Baumer

Mehr als jeder dritte Verbraucher will den Stromanbieter wechseln – und die Verlierer sind Stadtwerke und lokale Versorger. Zu dieser Einschätzung kommt das Beratungshaus Simon-Kucher in einer neuen Studie. "Die Treue zum Stromanbieter bröckelt", wird Energieexperte Thomas Haller in einer Presseaussendung zitiert. "Der Wettbewerb nimmt Fahrt auf, die Wechselbereitschaft ist auf einem Rekordhoch."

Laut Studie sinkt der Marktanteil von Stadtwerken und anderen lokalen Versorgern auf 35 Prozent. Das sei ein Minus von 22 Prozent seit 2022, heißt es. "Der Trend geht klar zu Ökostrom-Anbietern", wird Haller zitiert. "Diese konnten ihren Marktanteil von zwei auf sieben Prozent ausbauen – das ist eine Kampfansage. Die Zukunft sind nachhaltigen Energielösungen." Wer nicht mithalten könne, laufe Gefahr, mehr und mehr Kundschaft zu verlieren.

Grundversorger mit starker Marktstellung

Zu berücksichtigen ist hierbei, dass Stadtwerke und Ökostrom-Anbieter nicht zwei scharf voneinander trennbare Kategorien sind. So setzen kommunale Anbieter wie die Darmstädter Entega oder die Stadtwerke Emmendingen in Baden schon seit Jahren ausschließlich auf Ökostrom.

Nach einer Abfrage der Bundesnetzagentur bleibt die Stellung der Grundversorger – das sind häufig die örtlichen Stadtwerke – grundsätzlich weiterhin stark. Demnach wurden im Jahr 2023 insgesamt rund 64 Prozent der Entnahmemenge durch den Grundversorger geliefert. Das entsprach dem Vorjahresniveau. Zahlen der Bundesnetzagentur zum Jahr 2024 liegen noch nicht vor.

Festpreise statt dynamischer Tarife

Laut Simon-Kucher-Studie sieht jeder Dritte unter 25 Jahren Klimaschutz als wichtig an. Ganze 59 Prozent mehr Eigentümer als im Vorjahr haben alternative Energielösungen wie Wärmepumpen installiert. Wichtigstes Kriterium bleiben allerdings die hohen Preise. Für rund die Hälfte der Verbraucher (47 Prozent) ist das der Hauptgrund, den Stromanbieter zu wechseln.

Auch interessant: Die Attraktivität dynamischer Tarife ist derzeit eher niedrig. Sicherheit gehe vor, gelte bei den Kunden, schreibt das Beratungshaus. "Fixpreis-Tarif sind aktuell deutlich beliebter als dynamische Tarife." Demnach setzt nicht einmal jeder Zehnte (8 Prozent) auf dynamische Tarife. Bei den Festpreisen greift mit 48 Prozent hingegen fast die Hälfte zu.

Zur Methodik der Studie: Die repräsentative Simon-Kucher Energie-Studie  wurde im Oktober 2024 von Simon-Kucher in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt. 1000 Verbraucher*innen aus Deutschland zu ihren Stromanbietern, Stromnutzung, Wechselabsichten & Co. befragt.

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