Rückstellungen für CO2-Zertifikate haben den Halbjahresgewinn von Energieversorger Uniper geschmälert. Das Düsseldorfer Unternehmen meldete ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 580 Mio. Euro (Vorjahr: 691 Mio. Euro).
Den Rückstellungen stünden allerdings Absicherungsgeschäfte gegenüber, die erst im vierten Quartal realisiert würden, erklärte Konzernchef Klaus-Dieter Maubach auf einer Telefonkonferenz. Auf Ganzjahresbasis würde dieser Effekt das bereinigte Ergebnis nicht belasten. Das unterliegende Geschäft sei stabil.
Datteln 4 und Irsching als Gewinnbringer
Sein Ergebnis steigern konnte das Segment Europäische Erzeugung. Es profitierte von der Inbetriebnahme des umstrittenen Kohlekraftwerks Datteln 4 sowie von der Wiederinbetriebnahme der Gaskraftwerksblöcke Irsching 4 und 5 im Herbst 2020. Irsching allein habe im Vorjahresvergleich im zweistelligen Millionenbereich zugelegt, sagte Maubach.
Schwächer verlief das Geschäft im Segment globaler Handel. Dies sei insbesondere auf die Normalisierung der Margen des Gasgeschäfts nach einem sehr guten außerordentlichen Ergebnis im Vorjahreszeitraum zurückzuführen, erläuterte der Uniper-Chef.
Nord Stream 2: "Risiken nicht völlig aus der Welt"
Vorsichtig bleibt Maubach beim Thema Nord Stream 2. Die Einigung zwischen Deutschland und den USA begrüße er, sagte der Manager. Allerdings bedeute das nicht, "dass die Risiken damit völlig aus der Welt sind'".
Maubach verwies darauf, dass Nord Stream 2 in der Bundespolitik teilweise sehr kritisch gesehen werden. Das könne Folgen für das Pipelineprojekt nach der Bundestagswahl haben.
Grüne gegen Nord Stream 2
Die Grünen halten die Pipeline aus Klimaschutzgründen für falsch. Uniper ist nach früheren Angaben mit 950 Millionen Euro an der Finanzierung der Gasleitung beteiligt. (aba/dpa)
Siehe auch: Uniper beschleunigt Schließung seines größten Steinkohlekraftwerks



