Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper hat eine Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) in Betrieb genommen. Den offiziellen Start der 140-MW-Anlage gab in Gelsenkirchen Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens Hendrik Wüst (CDU). Das Kraftwerk soll Prozessdampf und Fernwärme sowie Strom für die Industrie liefern, teilte Uniper mit.
Aktuell befindet sich das Kraftwerk noch in der Inbetriebnahmephase und wird mit Erdgas befeuert. Perspektivisch soll es auf Wasserstoff umgestellt werden. Dabei werde das Kraftwerk nicht nur massiv zur Senkung des CO2-Ausstoßes im Ruhrgebiet beitragen, auch sonstige Schadstoffemissionen und Lärmbelastungen durch die Gesamtanlage werden deutlich reduziert, verspricht Uniper.
Spatenstich 2020
Der Spatenstich für das GuD in Scholven erfolgte im Februar 2020. Die Inbetriebnahme von “Scholven 1” wird nun erfolgen, sobald letzte Sachverständigenprüfungen und entsprechende Dokumentationen erfolgt seien, teilte Uniper mit.
"Scholven verfügt nun über eine Plattform für Zukunftsprojekte auf Wasserstoffbasis im Ruhrgebiet", betonte Uniper-Chef Michael Lewis. Er unterstrich zugleich das Ziel seines Unternehmens, in sechs Jahren 80 Prozent seiner Erzeugungskapazitäten CO2-frei zu machen. Bis 2029 will Uniper zudem aus der Kohleverstromung aussteigen.
Am Stadtteil Scholven in Gelsenkirchen betreibt Uniper zurzeit noch zwei Kohlemeiler B und C, die wegen ihrer Systemrelevanz noch am Netz bleiben und dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion zur Verfügung stehen. Um Platz für die Ansiedlung neuer am Standort Scholven zu schaffen, plant Uniper zunächst den Rückbau des Blocks F – andere würden sukzessive folgen. (am)



