Das Russland-Geschäft könnte Uniper nun größere Probleme bereiten.

Das Russland-Geschäft könnte Uniper nun größere Probleme bereiten.

Bild: © Nmann77/AdobeStock

Der Energiekonzern Uniper hält trotz einer Milliardenabschreibung an seinem Ausblick fest. Angesichts des volatilen Umfelds werde der Konzern die Entwicklungen aber weiter genau verfolgen, hieß es in einer am späten Montagabend verbreiteten Mitteilung.

Das Darlehen für die vom russischen Energiekonzern Gazprom mitfinanzierte Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 von 987 Millionen Euro inklusive Zinsen werde vollständig abgeschrieben, hieß es weiter. Auch andere an der Pipeline beteiligte Investoren, wie etwa Wintershall Dea, hatten bereits in der vergangenen Woche ihre Investments in Nord Stream 2 nahezu vollständig abgeschrieben.

 

Verkaufsprozess für Unipro soll schnellstmöglich wieder aufgenommen werden

Die Uniper-Aktie legte am Dienstagvormittag zeitweise über 6 Prozent zu. Seit Ausbruch des Ukraine-Krieges summieren sich die Kursverluste des MDax-Konzerns aber immer noch auf über 40 Prozent.

Die Abschreibung werde sich laut Uniper im ersten Quartal auf das berichtete Konzernergebnis auswirken, habe aber keinen Einfluss auf die bereinigten Ergebniszahlen. Zudem entfallen die damit verbundenen Zinserträge von rund 100 Millionen Euro pro Jahr.

Zudem kündigte der Energiekonzern an, den Verkaufsprozess für die russische Tochter Unipro, so bald wie möglich wieder aufzunehmen. Der Veräußerungsprozess wurde Ende letzten Jahres angestoßen, wegen des Ukraine-Kriegs aber gestoppt.

Uniper-Erzeugung deckt fünf Prozent des russischen Strombedarfs

Uniper hält rund 83,7 Prozent an Unipro. Das Portfolio in Russland besteht aus den fünf Kraftwerken Berezovskaya, Surgutskaya, Smolenskaya, Shaturskaya und Yaivinskaya.

Die Erzeugungsaktivitäten umfassen vor allem Erdgas, aber auch Stein- und Braunkohle und decken laut Uniper fünf Prozent des russischen Strombedarfs. 2021 hat das Geschäft fast ein Fünftel des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) von Uniper ausgemacht.

Das Unternehmen wird keine neuen langfristigen Lieferverträge für Erdgas mit Russland abschließen, wie das Unternehmen weiter mitteilte. An den bestehenden Verträgen hält Uniper aber fest. Außerdem wird das Flüssiggas-Projekt in Wilhelmshaven wieder aufgenommen und die Bezugsquellen sollen verstärkt diversifiziert werden.

Uniper sieht sich gewappnet gegen kurzfristige Drosselung der Gasflüsse

Sollte es zu einer begrenzten und kurzfristigen Drosselung der Gasflüsse aus Russland kommen, werde Uniper voraussichtlich in der Lage sein, den Ausfall weitergehend kompensieren zu können, hieß es weiter. Erhebliche Unterbrechungen der Gasflüsse würden hingegen die Stabilität des deutschen Gassystems gefährden. (dpa/hoe)

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