Der schwedische Konzern Vattenfall gehört mit Eon, EnBW und EWE zu den größten Stromversorgern Deutschlands.

Der schwedische Konzern Vattenfall gehört mit Eon, EnBW und EWE zu den größten Stromversorgern Deutschlands.

Bild: © Jarretera/AdobeStock

Der schwedische Staatskonzern Vattenfall hat im vergangenen Jahr sein Kundenportfolio weiter gesteigert. In allen Märkten seien 400.000 Kunden dazugekommen, heißt es in dem Geschäftsbericht des Energieversorgers.

Demnach wuchs das Kundenportfolio insbesondere in Deutschland. Alle Märkte zusammengenommen zählte das Unternehmen nach eigenen Angaben 10,9 Mio. Energieverträge. Das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr.

Vattenfall wuchs bereits 2021

Bereits 2021 hatte Vattenfall nach einem leichten Rückgang im Vorjahr einen Kundenzuwachs von vier Prozent verzeichnet. (Die ZfK berichtete.) Damals nahm der Konzern allein durch den Lieferstopp des Anbieters Stromio in den Grundversorgungsgebieten Berlin und Hamburg etwa 74.000 Verbraucher auf. Vattenfall nennt keine Gesamtkundenzahlen für den deutschen Markt.

Zwei Faktoren könnten den Kundenzuwachs des Konzerns auf dem deutschen Markt begünstigt haben. Zum einen wechselten infolge von Liefereinstellungen und teils drastischen Preiserhöhungen viele Kunden in die Grund- und Ersatzversorgung. Vattenfall ist einer der vier größten Stromgrundversorger in Deutschland und verzichtete in seinen Grundversorgungsgebieten auf drastische Preiserhöhungen oder gesonderte, deutlich teurere Grundversorgungstarife für Neukunden.

Bereinigtes Ergebnis von 3,3 Mrd. Euro

Zum anderen war Vattenfall einer der ganz wenigen Versorger bundesweit, die selbst in Zeiten extremer Marktverwerfungen den Neukundenvertrieb aufrechterhielten und auf gängigen Vergleichsportalen konkurrenzfähige Strom- und Gastarife platzierten.

Auf ZfK-Nachfrage stellte ein Vattenfall-Sprecher klar, dass ein besonderer ungeplanter Zuwachs an Kunden in der Grundversorgung keine Rolle gespielt habe. Vielmehr sei das Wachstum durch "die unterschiedlichen Vertriebswege" generiert worden. "Darüber hinaus haben sich viele Bestandskunden durch die gute und günstige Preisstellung Vattenfalls in Hamburg und Berlin nach Ende der Vertragslaufzeit für eine Verlängerung ihres Vertrages entschieden."

Ergebnis im Windgeschäft verdoppelt

Das vergangene Geschäftsjahr schloss der Staatskonzern mit einem Umsatz von umgerechnet 21 Mrd. Euro ab. Das bereinigte Ergebnis belief sich auf umgerechnet 3,3 Mrd. Euro.

Dabei verdoppelte Vattenfall infolge gestiegener Strompreiserlöse und neu ans Netz gegangener Anlagen sein Ergebnis im Windgeschäft.

Berliner Fernwärmegeschäft auf Prüfstand

Das Geschäftsergebnis entwickle sich sehr gut, stellte Konzernchefin Anna Borg fest. "Wir haben eine gute Liquidität, eine starke Bilanz und einen guten Cashflow."

Unklar ist weiterhin, ob Vattenfall sein Fernwärmegeschäft in Berlin mit 1,3 Mio. Haushaltskunden behält oder verkauft. Anfang Dezember gab der Konzern den Start des Bieterverfahrens bekannt. "Wir machen gute Fortschritte", sagte Borg. Eine finale Entscheidung werde noch in diesem Jahr getroffen. (aba)

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