Angesichts der Preissprünge beim Gas schägt Spanien einen gemeinsamen Einkauf oder eine gemeinsame  Lagerung von Energie innerhalb der EU vor.

Angesichts der Preissprünge beim Gas schägt Spanien einen gemeinsamen Einkauf oder eine gemeinsame Lagerung von Energie innerhalb der EU vor.

Bild: © Ingo Bartussek/Adobestock

Böse Überraschung in Bad Säckingen: Die Verluste der angeschlagenen Stadtwerke summieren sich für das Geschäftsjahr 2021 auf 8,8 Mio. Euro. Das ist knapp das Dreifache des ursprünglich prognostizierten Defizits von 3,2 Mio. Euro.

Die bisherige Verlustprognose beruhte laut Geschäftsführer Udo Engel auf der Quartalsabrechnung für das dritte Quartal 2021. Im vierten Quartal vergangenen Jahres seien die Gaspreise aber nochmals explodiert. Zudem habe man hohe Drohverlustrückstellungen für Sondervertragskunden vornehmen müssen, für die sich der Versorger nicht adäquat mit Gas eingedeckt hatte und entsprechend Mengen zu sehr hohen Preisen nachkaufen musste. Der Kommunalversorger aus Baden-Württemberg hatte im vergangenen Jahr in größerem Maßstab Energie zu sehr hohen Preisen nachkaufen müssen. Auch aufgrund einer offensiveren Beschaffungsstrategie mit gewissen Spotmarktanteilen, mit der man längere Zeit erfolgreich war.

Für 2022 und 2023 ist das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits komplett mit Gas eingedeckt. „Für das laufende Jahr erwarten wir Stand heute schwarze Zahlen“, so Engel weiter.  Auf eine konkrete Angabe der Höhe wolle er sich mit Blick auf den aktuell weiterhin volatilen Energiemarkt festlegen. Ein Wirtschaftsplan für das kommende Jahr wird noch erarbeitet, laut der im laufenden Jahr erstellten Fortführungsprognose soll 2023 ein Gewinn von 2,8 Mio. Euro möglich sein.

Stadtwerke sind bis Ende 2024 durchfinanziert

Die Stadt Bad Säckingen als Mehrheitsgesellschafter und der Minderheitsgesellschafter Energiedienst hatten das Unternehmen daraufhin mit 15 Mio. Euro an neuem Eigenkapital stabilisiert. Die Stadt musste dafür einen Nachtragshaushalt aufnehmen, der von der Kommunalaufsicht genehmigt wurde.

Die Rettung der Stadtwerke war aber mit einigen behördlichen Auflagen verbunden, unter anderem wurde die Einführung eines Risikomanagements gefordert. Bei seinem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren habe es kein adäquates Risikohandbuch für die Beschaffung gegeben, so Udo Engel. Dies haben die Stadtwerke jetzt gemeinsam mit einem Dienstleister erstellt. Das Risikomanagement sei damit angemessen aufgestellt. Durch die Finanzspritze der Gesellschafter ist das Unternehmen zudem bis Ende 2024 durchfinanziert. (hoe)

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