"Insolvente Stadtwerke Bad Belzig zu verkaufen": Mit dieser Schlagzeile sorgte die "Märkische Allgemeine Zeitung" am Montag für Wirbel. Tags darauf berichtete sie, dass unter anderem die Energie und Wasser Potsdam (EWP) Interesse an einer Übernahme zeige.
Auf Nachfrage der ZfK dementierte Sachwalter Jürgen D. Spliedt aktuelle Verkaufspläne für einzelne Sparten oder Unternehmensteile und stellte klar, dass ein Interessenbekundungsverfahren für Investoren laufe. Diese könnten sich im Rahmen eines Insolvenzplanes auch als Gesellschafter beteiligen.
"Ernsthafte Interessenten"
Das Exposé sei an einzelne, ernsthafte Interessenten adressiert worden. In dem Schreiben ginge es allerdings nicht darum, Käufer für einzelne Teile der Stadtwerke zu finden, erläuterte Spliedt.
Das Interesse einzelner Unternehmen an Geschäftsbereichen des Versorgers, etwa dem Fernwärmenetz, könne daneben durchaus bestehen. Dies bedeute jedoch nicht, dass dies auch für die Stadtwerke notwendigerweise die beste Lösung sei, so der Rechtsanwalt.
Enger Zeitplan
Zumindest das Interesse der Wohnungsbaugenossenschaft 1919 Bad Belzig, das Fernwärmenetz der Stadtwerke zu übernehmen, gilt als gesichert. Grundsätzliches Interesse bestätigte der Geschäftsführende Vorstand, Steffen Tschiersch, gegenüber der ZfK.
Auch die Stadtwerke Brandenburg an der Havel (StWB) sollen Interesse zeigen. Der ZfK sagte eine Sprecherin: "Wir befinden uns in internen Abstimmungsprozessen und können dazu keine Aussage treffen." Den Zeitplan halte man allerdings für ambitioniert.
EWP hält sich bedeckt
Die "Märkische Allgemeine" hatte von einer Frist bis zum 28. Februar berichtet. Dies wollten die StWB jedoch nicht bestätigen.
Auch die Stadtwerke Potsdam, als Muttergesellschaft der EWP Potsdam, äußerten sich zurückhaltend. Ein SWP-Sprecher teilte auf ZfK-Nachfrage mit, "dass das Thema Bad Belzig derzeit durch die EWP geprüft wird. Weitere Statements geben wir hierzu derzeit nicht ab."
Potenzielles Angebot an Investoren
Noch im Januar hatte die ZfK über die Insolvenz in Bad Belzig berichtet. Damals zeigten sich der Bürgermeister Ronald Leisegang (parteilos) und Interims-Geschäftsführer Thomas Tanneberg zuversichtlich, das Unternehmen erhalten zu können. (jk)
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