Rund 1,4 Billionen Euro schätzt das Energiewirtschaftliche Institut der Universität zu Köln die Kosten für die Umsetzung der Energie- und Wärmewende bis hin zur Klimaneutralität in Deutschland. Der Löwenanteil davon muss von kommunalen und regionalen Energieversorgern finanziert werden. Die dort zur Verfügung stehenden Mittel werden aber zur Finanzierung der Transformation nicht ausreichen. Um die erforderlichen Investitionssummen zu stemmen, muss privates Kapital für Investitionen in die Energiewende investiert werden.
Um den oft kleinen und mittelgroßen Energieversorgungsunternehmen einen vereinfachten Zugang zum Kapitalmarkt zu ermöglichen, sollte mit staatlicher Unterstützung ein Energiewendefonds aufgebaut werden, schlägt nun der Verband Geode in einem neuen Positionspapier vor. Über diesen Fonds könnten institutionelle Kapitalanleger über standardisierte Genussrechte Mezzanine-Kapital (Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital) bereitstellen.
"Bedarfsgerechte Zufuhr von Eigenkapital"
"Auf diese Weise kann eine effiziente und bedarfsgerechte Zufuhr von Eigenkapitalmitteln für Energieversorgungsunternehmen gewährleistet werden", heißt es weiter in dem Papier.
Einen ähnlichen Vorschlag hatten bereits Ende November vergangenen Jahres VKU und BDEW gemeinsam mit der Deutschen Kreditwirtschaft und dem Beratungsunternehmen Deloitte präsentiert; die beiden Konzepte klingen in der Analyse und dem Lösungsansatz gleich, unterscheiden sich aber in einzelnen Details.
Geode benennt einige Voraussetzungen für Funktionieren des Fonds
Der Verband Geode hält folgende Investitionsbedingungen für zentral, damit der Energiewendefonds die Zielsetzung erfüllen kann:
- Transparenz und Vergleichbarkeit der Unternehmen durch Ausgliederung investmentfähiger Geschäftsbereiche in Netz- oder Projektgesellschaften
- Erreichung einer risiko- und kapitalmarktgerechten Rendite durch staatliche Ausfallbürgschaften sowie durch eine erforderliche Anpassung der kalkulatorischen Eigenkapitalrenditen an das Marktniveau in den regulierten Sparten
- Schaffung einer effizienten Investitionsstruktur über standardisierte Genussrechte mit langer Laufzeit und vorzeitigem Kündigungsausschluss
Die Aufsetzung und die rechtliche Ausgestaltung des Fonds könnten laut Geode dabei durch die staatliche Förderbank KfW übernommen werden. Durch den skizzierten Energiewendefonds könnten „attraktive Investitionsbedingungen für Kapitalgeber geschaffen werden, durch die, ohne Veränderung der bestehenden Versorgungsstrukturen und ohne zusätzliche staatliche Fördermaßnahmen, ein wesentlicher Beitrag zur Finanzierung der Energiewende geleistet werden kann“.
Dreiklang für Finanzierung erforderlich
Um die Energiewende zu finanzieren, sei ein Dreiklang aus stabiler Förderung durch Bund- und Länder, einem einfachen Zugang zu Fremdkapital auf den Finanzmärkten und die Sicherung der Eigenkapitalbedarfe bei den kommunalen und regionalen Energieversorgungsunternehmen notwendig: so bringen es der Vorstandsvorsitzende von Geode Deutschland und Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie, Michael Teigeler und Götz Brühl, Vorstand von Geode Deutschland und Geschäftsführer der Stadtwerke Rosenheim, auf den Punkt. (hoe)


