Zogen bei der gemeinsamen Pressekonferenz Bilanz: Stadtrat Peter Hanke (Mitte) und die Generaldirektoren der Wiener Stadtwerke Martin Krajcsir (rechts) und Peter Weinelt.

Zogen bei der gemeinsamen Pressekonferenz Bilanz: Stadtrat Peter Hanke (Mitte) und die Generaldirektoren der Wiener Stadtwerke Martin Krajcsir (rechts) und Peter Weinelt.

Bild: © Wiener Stadtwerke/M. Hörmandinger / APA-Fotoservice

Mit einem Investitionsprogramm in Höhe von 6,2 Mrd. Euro wollen die Wiener Stadtwerke bis 2026 den Ausstieg aus dem Gas und damit auch die Umsetzung der Klimawende beschleunigen. Das Unternehmen will bis 2040 klimaneutral werden.

Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt dabei auf dem Ausbau erneuerbarer Energien. "Besonders große Hoffnung haben wir im Bereich der Tiefengeothermie. 3.000 Meter unter Wien schlummert ein riesiges Heißwasservorkommen, mit dem bis zu 125.000 Haushalte in Wien beheizt werden könnten“, erklärte Generaldirektor Martin Krajcsir bei der Bilanzpressekonferenz. Beim grünen Wasserstoff habe sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, die gesamte Wertschöpfungskette abzubilden. Über drei Mrd. Euro fließen zudem in Infrastrukturprojekte der Wiener Linien, unter anderem in die Erweiterung des Wiener U-Bahn-Netzes.

Zur Sicherung des ambitionierten Ausbauprogramms trägt auch das solide wirtschaftliche Jahresergebnis im Geschäftsjahr 2021 bei. Der Kommunalkonzern, zu dem unter anderem auch der Energiedienstleister Wien Energie gehört, verzeichnete  zwar einen Rückgang bei der operativen Steuerungsgröße, dem bereinigten Ebitda, auf 593 Mio. Euro (2020: 616 Mio.). Unterm Strich blieb der Jahresüberschuss aber mit 282 Mio. Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.

Bezahlbarkeit von Energie ist auch in Wien ein zentrales Thema

Die stark gestiegenen Energiepreise sorgten für einen Umsatzsprung um 37 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro. Die deutlich höheren Einkaufspreise ließen allein den Materialaufwand um 79 Prozent steigen. Den Großteil der Investitionen von über einer Mrd. Euro im vergangenen Jahr habe man aus dem Cashflow finanzieren können, heißt es im Geschäftsbericht.

Die Bezahlbarkeit von Energie ist entsprechend auch in der österreichischen Landeshauptstadt ein wichtiges Thema. „Wir werden niemanden im Regen stehen lassen“, erklärte Stadtrat Peter Hanke. Er könne sich eine Ausweitung der Wiener Energieunterstützung Plus vorstellen, wenn der Bund mitziehe. Wo die Stadt direkten Zugriff habe, sorge sie für stabile Preise und auch für attraktive ÖPNV-Angebote, etwa in Form der 365-Euro-Jahreskarte für den Wiener Nahverkehr.

Der Anteil der weiblichen Lehrlinge in technischen Berufen liegt bei 27 Prozent

Ende vergangenen Jahres waren in dem  Konzern einschließlich der Lehrlinge durchschnittlich 15.378 Mitarbeiter beschäftigt. Das entspreche einem Plus von 1,6 Prozent. Die Zahl der Lehrlinge stieg im Jahresdurchschnitt um 5,3 Prozent auf 396. Zum Jahresende befanden sich 460 Lehrlinge in der Ausbildung. Der Anteil der Mädchen in technischen Berufen liegt inzwischen bei 27 Prozent.

In den nächsten Jahren  verlässt rund ein Drittel der Mitarbeiter altersbedingt das Unternehmen, das Arbeitgebermarketing und die Arbeitgeberpositionierung werde entsprechend immer wichtiger, betonte Generaldirektor Peter Weinelt. (hoe)

Wiener Stadtwerke: Geschäftsjahr 2021 in Zahlen

 

2021

2020

Umsatz

4,3 Mrd. Euro

3,14 Mrd

Ebitda bereinigt

593 Mio.

616 Mio.

Jahresüberschuss bereinigt

282 Mio.

283 Mio.

Investitionen

1,07 Mrd.

1,75 Mrd.

Bilanzsumme zum 31.12.

20,36 Mrd.

13,86 Mrd.

Eigenkapital zum 31.12.

7,63 Mrd.

5,02 Mrd.

Beschäftigte in FTE

14.983

14.755

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