Pattr will Stadtwerke von seinem spartenübergreifenden Kundenportal überzeugen. Die Ideenstadtwerke nutzen es bereits.

Pattr will Stadtwerke von seinem spartenübergreifenden Kundenportal überzeugen. Die Ideenstadtwerke nutzen es bereits.

Bild: © Pattr

Stadtwerke müssen im Vertrieb eine Schippe drauflegen, um zu bestehen. Die Ideenstadtwerke Neustadt am Rübenberge haben dafür eine digitale Mehrwertstrategie. Sie wollen treue Energiekunden und -kundinnen mit Rabatten belohnen, die einfach über das Kundenportal erreichbar sind. Zunächst profitieren die Kundinnen und Kunden von Vergünstigungen in Schwimmbad und Saunalandschaft "Balneon".

"Aktuell stellen wir als Stadtwerk fest, dass unsere Kundenzahl im heimischen Markt, trotz vielfältiger Konkurrenz in der Region und auch über die Vergleichsportale nahezu stabil bleibt", sagt Dieter Lindauer, Geschäftsführer der Ideenstadtwerke. Ziel der Ideenstadtwerke sei es eine Marktanteilsquote im Gemeindegebiet von 80 Prozent dauerhaft zu halten. "Dies wird nach unserer Auffassung nur durch praktizierte, digitale Mehrwerte vor Ort erreichbar sein."

Das Projekt baut auf einer Plattformlösung von Pattr und Vintia auf. Gemeinsam verbinden sie das digitale spartenübergreifende Pattr-Kundenportal für zum Beispiel Energie- und Telekommunikationsverträge mit der Cloud-Kasse für Bäderbetriebe von Vintia.

Laut Lindauer strebten viele in der Energiewirtschaft nach der Mehrwertstrategie im heimischen Markt, um die Kunden an das Stadtwerk zu binden. Allerdings: "Das Mehrwertmanagement muss vollkommen digital sein, um es 'handlen' zu können", so Lindauer. Das System müsse eigenständig erkennen, ob eine Vertrag gekündigt wurde, damit sich die Rabatte dementsprechend verändern.

Der Vorteil dieser Mehrwertstrategie ist, dass solche Rabatte nicht kompliziert in Energietarife eingebaut werden müssen.

"Der Vorteil dieser Mehrwertstrategie ist, dass solche Rabatte nicht kompliziert in Energietarife eingebaut werden müssen, sondern auf anderen Geschäftsfeldern gegeben werden können; bspw. einfach im Bäderwesen oder auch in der Telekommunikation", erklärt Lindauer. Die digitale Verbindung unserer Sparten Energie, Telekommunikation und Bäder seinen ein wichtiger Meilenstein für die Unternehmensstrategie.

Der Vorteil für Stadtwerke sollen Kundenbindung, Cross-Selling und Mehrumsatz – vollautomatisch und ohne zusätzlichen Personalaufwand sein, erklärt Pattr. Über das Kundenportal können Stadtwerke demnach selbst festlegen, welche Kund:innen welche Vorteile erhalten. So ließen sich zum Beispiel automatisch Gutscheine oder Dauerrabatte im Bäderbetrieb vergeben.

Die Regeln dafür seien frei einstellbar. Ein Rabatt kann etwa dann gewährt werden, wenn Kund:innen sowohl Strom als auch zum Beispiel einen Gas- oder Wärmevertrag beziehen oder dem Stadtwerk bereits seit mehreren Jahren treu sind. Sobald die Bedingungen erfüllt sind, wird der Vorteil automatisch im Bäderbetrieb berücksichtigt sowie im Kundenportal als Kachel mit einem nutzbaren Rabattcode ausgespielt.

Streamlinen: Eine Plattform für alle Stadtwerke-Sparten

"Viele Stadtwerke betreiben Schwimmbäder, konnten diesen Vorteil bisher aber kaum für den Energievertrieb oder andere Sparten nutzen", sagt Vintia-Vertriebsleiter Julian Liebert. "Mit dem Pattr-Kundenportal sowie unserer Cloud-Kasse entsteht erstmals eine durchgängige, automatisierte Lösung für Cross-Selling und Kundenbindung."

Diese Rabattaktionen sieht Pattr

Ein typisches Szenario ist laut Pattr, dass ein Stadtwerk seine Stromkundschaft dazu bewegen will, zusätzlich einen Gas-, Wärme- oder Telekommunikationsvertrag abzuschließen. Über das Kundenportal wird festgelegt, dass Kundinnen und Kunden mit Strom- und einem weiteren Vertrag des Stadtwerks automatisch einen 20-Euro-Gutschein für das Schwimmbad erhalten – genau dann, wenn die Belieferung des neuen Vertrags startet.

Alternativ seien auch dauerhafte Vorteile möglich, etwa ein 10-Prozent-Rabatt im Bad für Kundschaft mit zwei aktiven Energieverträgen oder gestaffelte Rabatte je nach Dauer der Kundenbeziehung.

Für die Ideenstadtwerke soll der nächste Schritt sein, die Rabattierungen von Drittanbietern wie etwa dem Serengeti-Park Hodenhagen digital einzubinden, "um die Kundenbeziehung weiter aufzuladen", so Lindauer.

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