Seit dem Kriegsbeginn im Iran haben die Tarife für Neukunden deutlich angezogen.

Seit dem Kriegsbeginn im Iran haben die Tarife für Neukunden deutlich angezogen.

Bild: © KI generiert/Adobe Stock

Seit über sechs Wochen dauert der Konflikt im Iran an und sorgt für deutliche Preissprünge auf den Großhandelsenergiemärkten. Die Spotmärkte reagierten am schnellsten, dann zogen die Terminkontrakte nach. Nun kommt der Preisanstieg zunehmend auch bei den Endkunden an. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox erreichten die Gaspreise für Neukunden im Durchschnitt 10,9 Cent je Kilowattstunde.

Gaspreise auf dem 3-Jahres-Hoch

Das ist der höchste Stand seit drei Jahren, hieß es aus Heidelberg. Zuletzt lag der Gaspreis im März 2023 auf einem vergleichbaren Niveau. Für die Ermittlung der durchschnittlichen Gaspreise der Grundversorgung hat Verivox die veröffentlichten Preise von rund 700 Gasgrundversorgern in Deutschland ausgewertet.

Der Anstieg der Neukundenpreise sei eine direkte Folge der Entwicklung der Gaspreise im Großhandel, teilte Verivox mit. Die Gaspreise hatten sich seit Ausbruch des Krieges um bis zu 59 Prozent verteuert: Lagen die Preise Ende Februar noch bei rund 34 Euro je Megawattstunde, waren es am Dienstag rund 54 Euro. Die jüngsten Aussichten auf Friedensverhandlungen hätten die Gaspreise am Mittwoch wieder auf 46 Euro sinken lassen.

Angekündigte Waffenruhe ohne Folgen für Endkunden

"Die am Mittwoch angekündigte Waffenruhe hat die Preise für Öl und Gas deutlich sinken lassen. Aufgrund der lange unterbrochenen Lieferwege und der zerstörten Infrastruktur ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass die Energiepreise schnell wieder das Niveau von Februar vor dem Ausbruch des Iran-Krieges erreichen", sagte Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Laut Verivox müssen Gas-Neukunden derzeit rund 10,9 Cent je Kilowattstunde (kWh) zahlen und damit 30 Prozent mehr als noch vor Beginn des Krieges (8,4 Cent je kWh am Stichtag 27.2.). Noch höher fallen die Kosten für Haushalte in der Grundversorgung aus. Diese zahlen aktuell im Schnitt rund 13,4 Cent je kWh.

Die Unterschiede zwischen den Tarifen seien nach wie vor erheblich – insbesondere im Vergleich zur Grundversorgung, hieß es weiter. "Angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten und der schwer vorhersehbaren weiteren Entwicklung sollten Verbraucher die aktuellen Konditionen prüfen und sich nach Möglichkeit mit einer Preisgarantie gegen weitere Preisanstiege absichern", so Storck weiter.

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