Auf einen Wein mit Markus und Markus: der Vorstandsvorsitzende Markus Hilkenbach (links)
und der Arbeitsdirektor Markus Schlomski von
den Wupperaler Stadtwerken.

Auf einen Wein mit Markus und Markus: der Vorstandsvorsitzende Markus Hilkenbach (links) und der Arbeitsdirektor Markus Schlomski von den Wupperaler Stadtwerken.

Bild: © Kintopp Film/WSW

Gläser klirren sanft im Podcaststudio, Markus und Markus haben eingeladen: Sie begrüßen ihren Gast, den Wuppertaler Zoodirektor Arne Lawrenz, mit einem Weißburgunder aus der Pfalz. Neben einem ausgewählten Wein gibt es beim Podcast "Mit Haltung und trocken" hintergründige und persönliche Fragen. So lernt man über Lawrenz, dass er während seines Studiums als Hausmeister an einer Schule gearbeitet hat, auch als er seine Promotion schon hatte.

Eigentlich sind "Markus und Markus", wie sie sich im Podcast nennen, keine hauptberuflichen Unterhalter, sondern Vorstände der Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Vorstandsvorsitzende Markus Hilkenbach und Arbeitsdirektor Markus Schlomski haben ihr Format im Dezember letzten Jahres gestartet und sind damit recht erfolgreich.

Sie unterhalten sich mit ihren Gästen über die großen Zukunftsfragen. "Wir wollen Tacheles reden und im positiven Sinne streiten über unterschiedliche Meinungen", sagt Hilkenbach. Das merkt man auch beim Hören: Die beiden Manager begegnen ihren Gästen auf Augenhöhe und geben ihnen Raum für offene und tiefgehende Gespräche.

Themen und Stimmen

Ihre Gesprächspartnerinnen und -partner kommen aus verschiedenen Zusammenhängen und Branchen: aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und auch aus gesellschaftlichen Institutionen. In ihrer ersten Folge sprachen Markus und Markus mit der BDEW-Vorsitzenden Kerstin Andreae über die Energiewende. In der zuletzt erschienen Folge unterhielten sie sich mit dem Chefredakteur der "Westdeutschen Zeitung" Lothar Leuschen über die Zukunft des Lokaljournalismus.

Die Bandbreite der Gästeauswahl mache deutlich, "dass Transformation viele Bereiche gleichzeitig betrifft – und dass man voneinander lernen kann". So erklärt Jeannine Böhrer-Scholz, Leiterin Stabstellenbereich Kommunikation und Marke bei den Wuppertaler Stadtwerken, den Anspruch des neuen Formats. Voraussetzung dafür sei die Bereitschaft für einen authentischen Dialog, in dem Haltungen ausgetauscht werden.

Ein Podcast als Teil der Kommunikationsstrategie

Seit 2022 sind die Wuppertaler Stadtwerke mit einem neuen Branding unterwegs: Im Mittelpunkt der neuen Marke stehen die Transformationsleistung und das Nachhaltigkeitsbestreben der Stadtwerke. Der Podcast ist Teil dieser Strategie: Er schaffe Transparenz und Nahbarkeit und zeige die WSW als attraktiven Arbeitgeber, so Böhrer-Scholz. Dabei spielten Themen wie Fachkräftemangel oder neue Erwartungen an Arbeitgeber eine große Rolle. Gleichzeitig zeige der Podcast den Transformationswillen der Stadtwerke.

Die WSW setzen bei ihrem Markenrelaunch auf mehr Kundenzentriertheit und sehen sich als Wegbereiter "für eine digitale und nachhaltige Versorgung und Mobilität", sagte Böhrer-Scholz bei den ZFK Media Days. Dafür erhielten die WSW den German Brand Award 2024.

Eine der Herausforderungen beim neuen Markenkern sei die Profilschärfung nach innen sowie nach außen, um zu zeigen, "dass wir diejenigen sind, die Menschen bei der Energiewende begleiten", erklärte Böhrer-Scholz.

Podcast als Beitrag zu Veränderungsprozessen

Die Stadtwerke wollen in ihrem Podcast gegenwärtige Transformationsprozesse in der Gesellschaft einordnen und erklären. Man sehe, dass viele Entwicklungen zum Beispiel im Energiebereich oder in der Arbeitswelt in der Öffentlichkeit häufig stark verkürzt diskutiert würden.

Transformation findet nicht abstrakt statt.

Jeannine Böhrer-Scholz

Leiterin Stabstellenbereich Kommunikation und Marke bei WSW

Der Podcast soll dabei Orientierung geben, mit unterschiedlichen Perspektiven und Stimmen auch aus Wuppertal. Denn: "Transformation findet nicht abstrakt statt, sondern konkret vor Ort und genau dort wollen wir sie erklärbar machen", erläutert Böhrer-Scholz.

WSW wollen neue Zielgruppen ansprechen

Die Wuppertaler Stadtwerke erreichen laut Böhrer-Scholz über ihre digitalen Kanäle mehr als 60.000 Menschen, über ihr eigene Kundenplattform "Meine WSW" sogar schon über 110.000 Kundinnen und Kunden. Für die Stadtwerke sind sie potenzielle Hörerinnen und Hörer.

Die Vision des Podcasts sei es, Menschen zu erreichen, die sich für wichtige Zukunftsfragen interessieren – über das Fachpublikum hinaus. Die Stadtwerke wollten außerdem zeigen, "dass kommunale Unternehmen nicht nur reagieren, sondern aktiv gestalten", erklärt Böhrer-Scholz zu den Zielen des Formats.

Die WSW richten sich mit dem Format bewusst auch an neue und jüngere Zielgruppen. Es entspricht der modernen Mediennutzung: Fast die Hälfte der Deutschen hört Podcasts. Das Medium bietet damit beste Voraussetzungen, um Reichweite zu generieren.

Fünfstellige Hörerzahlen

Diese Strategie scheint zu funktionieren: Der Podcast komme bereits gut an, die erfolgreichsten Episoden von "Mit Haltung und trocken" erreichen laut Böhrer-Scholz eine fünfstellige Anzahl von Hörerinnen und Hörern.

Zur Vermarktung setzen die WSW auf ihre eigenen Kanäle und organisches Wachstum. Auf LinkedIn, Facebook, Instagram und bestehenden Plattformen des Unternehmens habe man bereits heute eine relevante Community, so die Kommunikationschefin. Zusätzliche Reichweite entstehe durch die Gäste selbst, die die Folgen über ihre eigenen Netzwerke weiterverbreiteten. In Zukunft wollen Markus und Markus noch mehr Menschen erreichen und zum Nachdenken anregen. Man darf also gespannt sein, welcher Wein in der nächsten Folge serviert wird.


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