Feuchttücher, Störstoffe und in einigen Ländern sogar Fettberge verstopfen zunehmend Pumpen und ganze Kanäle. Für diese Herausforderungen hat nun der Hersteller Vogelsang neue Möglichkeiten entwickelt: den Zerkleinerer X-Ripper. Generell gebe es beim Umgang mit solchen Störstoffen im Abwasser zwei Herangehensweisen, erläuterte Marketingmanager Carsten Wenner bei der Produktvorstellung während der IFAT, der Weltleitmesse für Umwelttechnologien. Zum einen werden Pumpen entwickelt, die mit diesen zur Verzopfung neigenden Materialien funktionsfähig bleiben, zum anderen können Maschinen genutzt werden, die solche Stoffe zerkleinern. Diesen Weg ist Vogelsang gegangen.
Das Unternehmen hat nun eine neue Serie des Zweiwellen-Zerkleinerers X-Ripper vorgestellt. „Mit der Serie X-Ripper Giant (XRG) bieten wir effektive Zerkleinerungslösungen, auch für große Kanäle und sehr hohe Durchflussmengen“, erklärt Geschäftsführer Harald Vogelsang. Neu ist, dass die One-Piece-Ripper-Rotoren bis zu einer Länge von 1,4 Metern aus einem Stück gefertigt werden. Auf eine durchgängige Trägerwelle wurde verzichtet, um einen Austausch zu erleichtern. Das gleiche Konzept wurde auch für das schmale und lange Modell aus der Baureihe X-Ripper XRC100.
Keine durchgängige Trägerwelle
Ohne die durchgängige Trägerwelle sind Service und Teilewechsel der One-Piece-Ripper-Rotoren besonders einfach, da lediglich zwei Rotoren ausgetauscht werden müssen. Dafür wird die zentrale Funktionseinheit – bestehend aus Motor, Getriebe, Ripper-Rotoren und Gegenlagerung – nach oben aus dem Gehäuse des X-Ripper gezogen. Einzelne Komponenten können problemlos und schnell vor Ort gewechselt werden.
Der X- Ripper Giant (XRG) ist eigens für sehr hohe Durchflussmengen in großen Kanälen konzipiert. Er zerkleinert problemlos Störstoffe im Abwasser bei Durchflussraten von bis zu 3000 Kubikmetern pro Stunde, erläutert Vogelsang. Der Zweiwellen-Zerkleinerer basiert auf dem X-Ripper-Channel (XRC) und wurde um seitliche so genannte High-Capacity-Units erweitert. Diese bestehen aus jeweils einem Sieb sowie langsam und dadurch energieeffizient laufenden Freiräumern. Störstoffe werden vom Sieb aufgehalten und von den Freiräumern kontinuierlich in die Mitte des Zerkleinerers gefördert.
Extra schmales Modell
Die extra schmalen Modelle der Baureihe X-Ripper XRC100 sind unter anderem für schmale und hohe Kanäle geeignet. Sie lassen sich auch in Kanälen mit nur 30 Zentimeter Breite installieren und erreichen Durchsatzleistungen von bis zu 690 Kubikmeter pro Stunde bei bis zu einem Meter Anstauhöhe.
Bei dem neuen Konzept werden Zerkleinerer und Freiräumer mit jeweils einem Elektromotor bedient. Dies lässt das Konzept wartungsunabhängiger werden. Schließlich kann bei Ausfall eines Motors das Gesamtsystem weiter betrieben werden. Eine neuen Performance-Control- Unit (PCU) lässt zudem die einzelnen Komponenten im Abwassernetz intelligent miteinander vernetzen. So können Daten gesammelt und ausgewertet sowie auf Basis von Simulationsergebnissen entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Durch Profinet-Anbindung und OPC-UA-Schnittstelle ist sowohl eine schnelle und plattformunabhängige Kommunikation von Maschine zu Maschine (M2M) als auch – mittels Human Machine Interface (HMI) – zwischen Mensch und Maschine möglich. „Mit der PCU liefern wir einen weiteren Baustein für Automatisierung und Digitalisierung im Abwasserprozess“, so Vogelsang. (al)



