Idyllische Kulisse: Der Meeresarm Schlei bei Schleswig, im Hintergrund der Schleswiger Sankt-Petri-Dom.

Idyllische Kulisse: Der Meeresarm Schlei bei Schleswig, im Hintergrund der Schleswiger Sankt-Petri-Dom.

Bild: @ Lars Gieger/Adobestock

Gut vier Jahre nachdem in der Schlei und am Ufer große Mengen kleiner Plastikteilchen entdeckt worden sind, hat die Staatsanwaltschaft Flensburg gegen drei Beschuldigte Anklage erhoben. Der Vorwurf lautet auf fahrlässige Gewässerverunreinigung durch Unterlassen, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Im Übrigen wurde das Verfahren wegen Verneinung eines hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Als Strafe für eine fahrlässige Gewässerverunreinigung ist eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von höchstens drei Jahren vorgesehen. Über das weitere Verfahren muss nun das Amtsgericht Schleswig entscheiden.

 

Anfang März 2018 war bekannt geworden, dass aus der Kläranlage in Schleswig in den Monaten davor unbemerkt und unabsichtlich große Mengen an kleinen Kunststoffteilchen in die Schlei gelangt waren. Die Staatsanwaltschaft hatte bei den Stadtwerken Schleswig und einem Unternehmen Ermittlungen aufgenommen. Die drei Angeschuldigten waren auf der Kläranlage, die von den Stadtwerken betrieben wird, von 2016 bis Anfang 2018 in verantwortlichen Positionen tätig.

"Angeschuldigte hätten die Belastung mit Plastikteilchen erkennen müssen"

Zur Kläranlage gehört ein zur Verwertung von Speise- und Lebensmittelresten geeigneter Faulturm. Die angelieferten Lebensmittel- und Speisereste enthielten Plastikteilchen, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft über diesen Faulturm in den Kreislauf der Kläranlage und von dort mangels ausreichender Filterung in die Schlei gelangten.

Bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt hätten die Angeschuldigten «die Belastung der angelieferten Lebensmittel- und Speisereste mit Plastikteilchen hätten erkennen können und müssen». Die zur Verhinderung der Verschmutzung der Schlei gebotenen Maßnahmen seien von den Angeschuldigten nicht ergriffen worden. (dpa/hoe)

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