Vor allem im Bad gehen die Menschen bewusster mit Wasser um: Seit 2022 duscht etwa ein Drittel der Befragten kürzer oder badet seltener.

Vor allem im Bad gehen die Menschen bewusster mit Wasser um: Seit 2022 duscht etwa ein Drittel der Befragten kürzer oder badet seltener.

Bild: © towaiphoto/AdobeStock

In diesem und im letzten Sommer ging der Wasserverbrauch im Versorgungsgebiet von Hamburg Wasser merkbar zurück und das, obwohl sich die Einwohnerzahl um 40.000 erhöht hat. Zudem blieben 2022 die Spitzentage mit mehr als 400.000 Kubikmeter Wasserabgabe aus – trotz 14 Tagen mit Temperaturen über 30 Grad Celsius.

Um den Hintergründen für diese Entwicklung auf den Grund zu gehen, hat der Versorger Kund:innen zum Wasserverbrauch befragt und die Ergebnisse mit Auswertungen aus dem Jahr 2021 verglichen. An der repräsentativen Umfrage mittels Online-Interviews nahmen 921 Menschen in Hamburg im Alter von 18 bis 79 Jahren teil.

Die wesentlichen Ergebnisse

Wenngleich die Mehrheit der Befragten nicht davon ausgeht, dass sich ihr Wasserverbrauch seit Anfang 2022 deutlich geändert hat, zeigt die Studie eine Tendenz für ein geändertes Verbrauchsverhalten, teilt Hamburg Wasser mit.  Vor allem im Bad gehen die Menschen bewusster mit Wasser um: Seit 2022 duscht etwa ein Drittel der Befragten kürzer oder badet seltener – insbesondere um Wasser- und Energiekosten zu sparen.

Eine weitere Erkenntnis der Befragung: Ökologische Gründe zum Wassersparen sind bei 62 Prozent ausschlaggebend, haben im Vergleich zu 2021 aber abgenommen. Während jüngere Menschen mehrheitlich eine größere Notwendigkeit zum Sparen sehen, sind es die älteren Befragten, die bereits konkrete Sparmaßnahmen umsetzen. 85 Prozent der Befragten haben Vertrauen in die Versorgungssicherheit; mehr als die Hälfte hat keine Sorge vor Wasserknappheit im Versorgungsgebiet.

Langfristiger Trend?

„Im aktuellen und letzten Sommer wurde weniger Wasser verbraucht als in den vergangenen Jahren“, stellt Ingo Hannemann, Geschäftsführer von Hamburg Wasser, fest. Allein mit dem Wettergeschehen und Ferien lasse sich diese Entwicklung nicht erklären. Laut Studie zeichnet sich – insbesondere im Bad und Garten – ein geändertes Verbrauchsverhalten und eine Tendenz zum Wassersparen ab.

„Die Erkenntnisse aus der Studie helfen uns, Schwankungen in den Verbräuchen besser vorhersagen zu können“, so der Hamburg Wasser-Chef weiter. „Abzuwarten bleibt, ob sich hieraus ein langfristiger Trend entwickelt.“

Selbsteinschätzung ist schwierig

Wie hoch schätzen die Hamburger Haushalte selbst ihren Verbrauch ein? 19 Prozent der Hamburger:innen geben in der Studie an, ihr Verbrauch sei gestiegen – zumeist, weil der Haushalt gewachsen ist. 20 Prozent geben an, ihr Wasserverbrauch sei gesunken. 40 Prozent davon nennen als Grund, allgemein sparsamer geworden zu sein.

Die Mehrheit der Befragten hat nicht den Eindruck, ihr Wasserverbrauch habe sich seit 2022 geändert. Allerdings zeige die detaillierte Abfrage in der Studie zum Teil signifikante Änderungen beim Verbrauchsverhalten, die auf einen allgemeinen Wasserspartrend hindeuten, so Hamburg Wasser.

Neue Webanwendung für den Wasserverbrauch

„Den eigenen Wasserverbrauch im Haushalt zu schätzen, ist nicht immer einfach. Haushaltsgröße, Lebenssituation oder der Verbrauch der technischen Geräte kann variieren“, sagt Hannemann. Um das Wasserbewusstsein der Menschen in Hamburg weiter zu stärken, stellt das Unternehmen eine neue Funktion auf seiner Website zur Verfügung.

„Mit dem Wasserverbrauchsrechner können die Nutzer:innen ihren Verbrauch im eigenen Haushalt näherungsweise berechnen und für alle Einflussparameter eine Schätzung abgeben“, so der Hamburg Wasser-Chef. "So bekommen sie ein Gefühl für einen bewussten Umgang mit der Ressource und entdecken möglicherweise noch Sparpotenziale im eigenen Haushalt." (hp)

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