Die Umweltverbände sehen durch die geduldete erhöhte Wasserfördermenge für den US-Elektroautobauer unter anderem eine nachhaltige Bewirtschaftung des Grundwassers bedroht.

Die Umweltverbände sehen durch die geduldete erhöhte Wasserfördermenge für den US-Elektroautobauer unter anderem eine nachhaltige Bewirtschaftung des Grundwassers bedroht.

Bild: © Patrick Pleul/dpa

Das Brandenburger Landesamt für Umwelt hat dem Autokonzern Tesla die alleinige Kontrolle des Grundwassers unter der Gigafabrik in Grünheide übertragen – obwohl das E-Autowerk in einem Trinkwasserschutzgebiet steht. Das geht aus einem Dokument hervor, das Stern und RTL exklusiv vorliegt. Der lokale Wasserversorger und Umweltverbände sehen die Trinkwasserversorgung in Teilen von Berlin und Brandenburg in Gefahr.

Ursprünglich stand in der Betriebsgenehmigung der Tesla-Fabrik, dass der regionale Wasserversorger, der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE), "in alle grundwasserrelevanten Fragestellungen einzubeziehen" sei, so besagt es der Genehmigungsbescheid für das Auto-Werk aus dem März 2022. Diese Klausel hat das Brandenburger Landesamt für Umwelt bereits im November 2022 ersatzlos gestrichen, auf ausdrücklichen Wunsch von Tesla.

WSE-Chef spricht von Skandal

Der US-Konzern ist seitdem ganz allein dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass das Grundwasser nicht verunreinigt ist. "Dass die Behörden klammheimlich jegliche Kontrolle an Tesla abgegeben haben, ohne uns oder die Öffentlichkeit zu informieren, ist ein handfester Skandal", sagte André Bähler, Chef des Wasserversorgers WSE. Das brandenburgische Landesamt für Umwelt antwortet auf Anfrage, es läge kein Verfahrensfehler vor – trotz Änderung bleibe der Genehmigungsbescheid weiter wirksam. (dpa/hp)

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