In Freibädern mit oft großen Wasserflächen können bei einer nur leichten Temperaturabsenkung bis zu 25 Prozent Energie eingespart werden (Symbolbild).

In Freibädern mit oft großen Wasserflächen können bei einer nur leichten Temperaturabsenkung bis zu 25 Prozent Energie eingespart werden (Symbolbild).

Bild: © Nuwanda/AdobeStock

Die kommunalen Badbetreiber blicken vorsichtig optimistisch auf die Freibadsaison 2023. Dabei sind die Freibäder in einem guten Zustand. Jedoch treiben der Fachkräftemangel und Sanierungsbedarf den Betreibern Sorgenfalten auf die Stirn – insbesondere, wenn es um die Sanierung der Hallenbäder geht. Das geht aus dem ersten Teil einer Branchenumfrage unter 250 Betreibern kommunaler Bäder in ganz Deutschland hervor, die der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) zum Start der Freibadsaison veröffentlicht.

Der Rückblick auf Besucherzahlen, Einnahmen etc. der vergangenen Saison zeigt: Die Freibadsaison 2022 war für die meisten Betreiber kommunaler Bäder (60 Prozent) besser als das Corona-Jahr 2021. Nur 21 Prozent empfanden 2022 schlechter als 2021. Grund war vor allem das Ende der Corona-Beschränkungen sowie mehr Inlandstourismus. Im Schnitt besuchten ca. 97.050 Gäste ein Bad. 

Viele Sanierungen stehen an

Für 2023 erwarten über Zweidrittel der Freibadbetreiber (68 Prozent) ähnlich viele oder mehr Besucher. Aktuell ist fast jedes vierte Freibad (23 Prozent) frisch saniert. Bei ca. 41 Prozent muss das Freibad in den nächsten fünf Jahren nur leicht ausgebessert werden. 36 Prozent der Bäder müssen in den kommenden fünf Jahren umfangreich saniert werden.

VKU-Chef Ingbert Liebing sieht die Freibäder in einem guten Zustand. Eine große Herausforderung stelle jedoch der absehbare Sanierungsbedarf dar: Mehr als jedes dritte Freibad müsse in den kommenden fünf Jahren umfangreich saniert werden. Noch ernster sei die Lage der Hallenbäder. „Das macht uns Sorgen, denn in Hallenbädern lernen Kinder schwimmen – das ist ja nicht nur Sport, sondern eine elementare Lebensfertigkeit. Und schon bei den Freibädern ist klar: Die Fördermittel reichen nicht aus. Kommunen, Länder und Bund müssen so früh wie möglich gegensteuern und ausreichend Mittel bereitstellen, damit Bäder als Angebot der kommunalen Daseinsvorsorge, das Jung und Alt gern nutzen, in Stadt und Land, armen und reichen Kommunen erhalten bleiben“, so Liebing.

Fachkräfte, verzweifelt gesucht

59 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich die finanzielle Lage in den nächsten fünf Jahren verschlechtern wird. Zu den größten Herausforderungen zählen der Fachkräftemangel (34 Prozent), der Sanierungsstau/-bedarf (28 Prozent) und der notwendige Wandel zum Grünen/klimaneutralen Bad (14 Prozent), also die Umstellung auf eine erneuerbare Energieversorgung und mehr Energieeffizienz.

Die Details: Allein im April 2023 suchten noch 87 Prozent der Badbetreiber Fachkräfte für das Badewesen (umgangssprachlich: Bademeister). Bei der Sanierung sehen sich 56 Prozent der Betreiber mit Hindernissen konfrontiert. Das größte Hindernis ist dabei, dass die Fördermittel nicht ausreichen (86 Prozent), gefolgt von gestiegenen Baukosten (68 Prozent). 36 Prozent haben Schwierigkeiten, Baufirmen zu finden und geben Engpässe bei Tiefbaukapazitäten an. Trotz der angespannten finanziellen Lage infolge des teuren Badbetriebs und steigender Energiekosten, und trotz des Sanierungsbedarfs und fehlender Fördermittel sind 93 Prozent der Betreiber optimistisch, ihr Freibad auch künftig weiter betreiben zu können. Mit der steigenden Gefahr einer Schließung dürften insbesondere Hallenbäder konfrontiert sein, über denen sich eine toxische Mischung aus höherem Sanierungsbedarf und –stau, den Folgen der Energiekrise etc. zusammenbraut, heißt es von Seiten des VKU. (amo)

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