Über die eingesparten Stromkosten refinanziert sich ein wesentlicher Teil der Investitionskosten der Pumpenanlage (Symbolbild) im Wasserwerk Gerauer Land.

Über die eingesparten Stromkosten refinanziert sich ein wesentlicher Teil der Investitionskosten der Pumpenanlage (Symbolbild) im Wasserwerk Gerauer Land.

Bild: © Alex Stemmer/AdobeStock

Stoffeinträge wie etwa Arzneimittel, Mikroplastik und Pestizide sind schon heute ein Problem für die Gewässer. Und künftig könnte die Belastung noch deutlich zunehmen, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mitteilt.

Auf die Frage, wer die Hauptverantwortung dafür trägt, Belastungen mit Medikamentenrückständen zu vermeiden, sehen zwei Drittel der Befragten die Pharmaindustrie in der Hauptverantwortung. Als Lösung sollen Pharmaunternehmen bereits bei der Herstellung umweltverträgliche Stoffe verwenden. Das geht aus dem BDEW-Kundenbarometer Wasser 2021 hervor.

Gefahrenquelle Mikroplastik

Auf die Frage, welche Gefahrenquellen aktuell besonders Sorgen bereiten, gaben rund 40 Prozent der Befragten Arzneimittelrückstände als Antwort an. 51 Prozent sehen Nitrateinträge aus der Landwirtschaft als Gefahrenquelle, 55 Prozent nannten Mikroplastik.

"Zwar gibt es heute keinerlei Anlass zur Sorge um die hohe Trinkwasserqualität. Doch werden die Kosten für die Trinkwasser-Aufbereitung bei einer zunehmenden Belastung der Gewässer deutlich ansteigen"" sagt Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser. Denn die stetig alternde Gesellschaft habe einen höheren Medikamentenkonsum zur Folge.

Abgabe für Pharmaindustrie

Um Anreize zu schaffen, hat der BDEW einen konkreten Vorschlag in Form eines sogenannten "Fondsmodells" vorgelegt: Dabei werden die Hersteller von Arzneimitteln verursachergerecht an der Finanzierung von Reinigungsleistungen beteiligt. Einem solchen Vorschlag stimmen auch die Befragten des BDEW-Kundenbarometer Wasser zu. So befürwortet jeder Zweite die Einführung einer zusätzlichen Abgabe der Pharmaindustrie, um die Mehr-Kosten für die Gewässerreinigung zu decken.

"Das Fondsmodell ist eine ökologisch und ökonomisch effiziente Lösung, die Herstellern Anreize bietet, Einträge zu vermeiden oder Innovationen voranzubringen, um Rückstände in die Umwelt zu verringern", so Weyand weiter.

Minderungsmaßnahmen an der Quelle

Aber auch Konsumierende, ärztliches Fachpersonal und Apotheken können einen Beitrag leisten: So sollten Apotheken, Ärztinnen und Ärzte auf angemessene Verpackungsgrößen achten und Konsumierende ihre alten Medikamente sachgerecht in Apotheken oder über den Haus- oder Sondermüll entsorgen.

Zu einer vollumfänglichen Vermeidung der Arzneimitteleinträge sei ein ganzheitlicher Ansatz aller beteiligten Akteure entlang der Verbrauchskette von Medikamenten notwendig. Konkret müssten das Vorsorgeprinzip und Verursacherprinzip umgesetzt werden. Stoffeinträge wie etwa Arzneimittel, Mikroplastik und Pestizide, müssen bereits an der Quelle so weit wie möglich vermieden und Minderungsmaßnahmen von der Herstellung bis zur Anwendung über die gesamte Akteurskette identifiziert werden, heißt es weiter. (jk)

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