Frankfurt bereitet Main-Wasser auf und lässt es dann versickern, um den Grundwasserspiegel zu heben.

Frankfurt bereitet Main-Wasser auf und lässt es dann versickern, um den Grundwasserspiegel zu heben.

Bild: © Boris Roessler/dpa

Die Klage des Kreisverbands Frankfurt des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) richtet sich gegen den Bescheid des Regierungspräsidiums Darmstadt vom 2. März zur Trinkwasserförderung im Brachttal (Vogelsberg) durch den Wasserverband Kinzig (WVK), Wächtersbach. Frankfurt ist neben Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis Mitglied in diesem Wasserverband.

Da die Stadt Frankfurt rund 80 Prozent der geförderten Trinkwassermenge erhält, ist sie laut BUND der eigentliche Nutznießer der Wasserversorgung aus den Tälern von Kinzig und Bracht. Hatte der Wasserverband Kinzig im Jahr 2009 noch 3,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr an die Verbandsgemeinden abgegeben, so wird ihm mit dem beklagten Bescheid die Erlaubnis zur Förderung von 4,6 Millionen Kubikmeter erteilt.

Klimakrise nicht berücksichtigt

Diese Steigerung um mehr als ein Drittel wird nach Ansicht des BUND zu einem Wasserraubbau im Vogelsberg führen, heißt es in der Klagebegründung. „Zur Berechnung der Grundwasserneubildung wurden veraltete Datenreihen verwendet. Die Folgen der Klimakrise wurden ausgeblendet“, kritisiert Wolf-Rüdiger Hansen vom BUND.

Deshalb fordert der BUND von der Stadt Frankfurt Maßnahmen zur Umstellung der Wasserpolitik. Dazu gehört unter anderem die Brauchwassernutzung zur Trinkwassersubstitution, eine schnelle Erhöhrung der Mainwasserinfiltration im Frankfurter Stadtwald zur Grundwasseraufbesserung, die Beseitigung von Trinkwasserverlusten im Leitungsnetz sowie der Schutz vorhandener Trinkwasserbrunnen wie des Wasserwerks Praunheim 2 vor Verschmutzung, zum Beispiel durch Bebauung, Straßen und Schienenwege. (hp)

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