Die Vorschriften fürs Düngen müssen zukünftig angepasst werden. Ein Minister will direkt in die Vollen gehen. Der VKU applaudiert.

Die Vorschriften fürs Düngen müssen zukünftig angepasst werden. Ein Minister will direkt in die Vollen gehen. Der VKU applaudiert.

Bild: © Oliver Berg/dpa

Die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) prüft derzeit eine Umstellung des bestehenden Wasserpreissystems für Tarifkunden zum Sommer 2021, da sich laut einer Pressemitteilung beim aktuell geltenden Modus Reformbedarf offenbart.
 
In den vergangenen Jahren habe sich das Verbrauchsverhalten der Trinkwasserkunden durch verschiedene Einflussfaktoren wie den Struktur- und Klimawandel sowie durch demografische Entwicklungen nachhaltig verändert. Während sich die Bevölkerungszahl in Dortmund nur marginal geändert habe, habe sich der Wasserverbrauch nahezu halbiert.

Ungleichgewicht der Kundengruppen

Das Wasserpreissystem wurde jedoch noch nicht auf diese Veränderungen angepasst, so DEW21. Die Trinkwasserversorgung sei derzeit zu rund 80 Prozent durch Fixkosten gekennzeichnet. Dies bildet sich in der aktuellen Preisstruktur für den Kunden jedoch nicht ab – hier dominiert der Verbrauchspreis gegenüber dem jährlichen Grundpreis. Die aktuelle Systematik könne zu einem Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Kundengruppen wie bspw. Ein- und Mehrfamilienhaus-Besitzern führen.
 
Deshalb prüft DEW21 nun eine Umstellung des Wasserpreissystems mit dem Ziel, die Kosten auf Seiten der Wasserkunden ausgewogener und verursachergerechter aufzuteilen. Dafür muss der Versorger von den Kunden jedoch mehr über die Gebäudenutzung und -größe erfahren. Da dem Unternehmen dazu keine Daten vorliegen, müssen diese bei den Kunden erfragt werden. Nur so könne zuverlässig abgeschätzt werden, ob die in Betracht gezogene Preissystematik passen würde.
 
Angaben sind freiwillig
 
Dafür werden ab dem 7. Dezember alle Tarifkunden, die von DEW21 Trinkwasser beziehen, mit der Bitte um eine Selbstauskunft zur Versorgungssituation angeschrieben. Adressaten sind die privaten und gewerblichen Hausbesitzer bzw. deren Verwalter. In dem Schreiben werden die Kunden über das geplante Vorgehen sowie die Gründe dafür informiert und um freiwillige Informationen zur Gebäudenutzung und -größe gebeten.

Um bei der Untersuchung einer möglichen Wasserpreisumstellung zu einem zuverlässigen Ergebnis zu gelangen, sei die Erhebung der Daten laut DEW21 unumgänglich. Fehlende Angaben werden zunächst geschätzt, können von den Kunden jedoch später nachgereicht werden.
 
Entscheidung erst im nächsten Frühjahr
 

Die finale Entscheidung über eine Umstellung und wie diese gestaltet sein könnte, könne erst nach Abschluss der Untersuchungen getroffen werden. Dies wird frühestens im Frühjahr 2021 der Fall sein. Andere Stadtwerke und Wasserversorgungsunternehmen in NRW haben bereits ähnliche Umstellungsverfahren umgesetzt.

Da dadurch eine höhere Verursachungsgerechtigkeit auf Kundenseite und eine größere Sicherheit auf Seiten der Wasserversorger gewährleistet wird, empfehlen auch der Bund der Steuerzahler, Vertreter der NRW-Landesregierung und die Landeskartellbehörde derartige Preisumstellungen. Ziel ist es, dass die weit überwiegende Mehrheit der Kunden nur geringfügig mehr oder weniger bezahlen. Wie genau dies bei DEW21 aussehen wird, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen, teilt das Unternehmen mit. (hp)

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