Das Führungsduo von Hamburg Wasser: Die Sprecherin der Geschäftsführung, Nathalie Leroy und der Technische Geschäftsführer, Ingo Hannemann.

Das Führungsduo von Hamburg Wasser: Die Sprecherin der Geschäftsführung, Nathalie Leroy und der Technische Geschäftsführer, Ingo Hannemann.

Bild: © Hamburg Wasser

Der außergewöhnlich trockene Sommer im vergangenen Jahr hat dem städtischen Versorger Hamburg Wasser zu einem Rekordergebnis verholfen. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Gewinn von 103,1 Mio. Euro, das entspricht dem besten Ergebnis seit der Gründung des Konzerns im Jahr 2006. Auch die Umsätze erreichten mit 837,8 Mio. Euro ein Allzeithoch. "2018 war ein sehr erfolgreiches Jahr, in dem wir in allen Konzernteilen die Vorjahresergebnisse steigern konnten", bilanzierte die Sprecherin der Geschäftsführung, Nathalie Leroy. Gleichzeitig habe man die Umschuldungsstrategie weiter fortgesetzt und die Finanzverbindlichkeiten der für das Abwassergeschäft zuständigen Hamburger Stadtentwässerung AöR um weitere 65,8 Mio. Euro reduziert. Der Gewinn von Hamburg Wasser wird an die Stadt Hamburg abgeführt.

Die sehr warmen Temperaturen zwischen Mai und September 2018 ließen die Umsätze aus dem Trinkwasserverkauf deutlich von 28,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 43,4 Mio. Euro ansteigen. Auch das Ergebnis der Abwassersparte übertrifft mit 57,3 Mio. Euro den Vorjahreswert von 49,1 Mio. Euro deutlich. An der Bilanzpressekonferenz am Montag gab das Unternehmen gleichzeitig eine Job-Offensive bekannt. Bis 2030 verlassen rund 40 Prozent der aktiven Belegschaft Hamburg Wasser, 700 neue Mitarbeiter sollen bis dahin eingestellt werden. "Die Arbeitswelt und damit die Anforderungen an unsere Mitarbeiter werden sich stark verändern. Wir werden neue Qualifikationen und Profile suchen", erläuterte Leroy.

Autonomer Roboter in der Kanalinspektion?

Die mit der digitalen Transformation einhergehende Vernetzung von Mechanik mit allzeit verfügbaren Daten berge für Hamburg Wasser die Chance, eigene Prozesse noch effizienter zu gestalten, unterstrich der Technische Geschäftsführer Ingo Hannemann. Im Bereich der Kanalinspektion setze das Unternehmen bereits heute schon ferngesteuerte Kamerasysteme ein. "Es ist nicht abwegig, dass diese in einigen Jahren als autonome Roboter unterwegs sind", so Hannemann. Um qualifiziertes Personal zu gewinnen, baut das Unternehmen sein internes und externes Arbeitgebermarketing gezielt aus. Das umfassende betriebliche Gesundheitsmanagement von Hamburg Wasser war erst vor einer Woche von der Initiative "Gesunde Unternehmen" mit dem Bundespreis "Aktivste Unternehmen Deutschlands" ausgezeichnet worden.

Ein weiterer wichtiger Investitionsschwerpunkt des kommunalen Konzerns ist das Brunnenbauprogramm. In den nächsten fünf Jahren ist der Neubau von gut 100 Brunnen geplant. Da die Bevölkerung der Hansestadt seit Jahren stetig wächst, werden künftig weitere Mehrverbräuche erwartet. Allein zwischen 2011 und 2017 ist Hamburgs Bevölkerung um 124.000 Menschen gewachsen, das ist ein Plus von über sieben Prozent.

Hamburg Energie steigert Ergebnis

Klar über Plan lag im vergangenen Jahr auch die Jahresbilanz des Tochterunternehmens Hamburg Energie. Zwar blieb die erzeugte Menge Ökostrom aus Windenergieanlagen witterungsbedingt mit 112.049 Mio. kWh deutlich unter den Erwartungen, dafür lag das Gesamtergebnis von Hamburg Energie um gut fünf Prozent über Plan bei 1,91 Mio. Euro. Auch die Umsatzerlöse übertrafen mit 247 Mio. Euro die Erwartungen. Ende Dezember 2018 hatte der Ökostromanbieter rund 141.000 Kunden unter Vertrag – das ist ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 116.000 Kunden beziehen Strom, weitere 25.000 Gas. (hoe)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper