Etwa 12 bis 13 Prozent des Hamburger Trinkwasserbedarfs werden aus der Nordheide gedeckt.

Etwa 12 bis 13 Prozent des Hamburger Trinkwasserbedarfs werden aus der Nordheide gedeckt.

Bild: © Jonas Tebbe/Unsplash

An heißen Sommertagen gilt auch in Hamburg das Trinkwasser als besonders begehrte Ressource. Im vergangenen Jahr sank der Wasserverbrauch jedoch auf den niedrigsten Stand seit 2017. Private Haushalte und Kleingewerbe ließen nach Angaben des städtischen Versorgers Hamburg Wasser 99,4 Mio. Kubikmeter Wasser durch die Hähne laufen.

2020 waren es noch 103,5 Mio. Kubikmeter gewesen, etwas mehr als 2019 und 2018. Sparsamer waren die Hamburger 2017 gewesen, als sie 98,6 Mio. Kubikmeter Trinkwasser verbrauchten. Auch im laufenden Jahr habe die Wasserabgabe des Versorgers zum Stichtag 22. Juni etwas unter der Vergleichszeit des Vorjahres gelegen, sagte Unternehmenssprecher Ole Braukmann.

Wasserzähler wirken disziplinierend

Ob der Rückgang tatsächlich mit der Sparsamkeit der Verbraucher zu tun hat, ist fraglich. «Wir wünschen uns natürlich, dass die Appelle Wirkung zeigen», sagte Braukmann. Der Verbrauch sei allerdings stark witterungsabhängig. Im Jahresdurchschnitt gebe der Versorger rund 337.000 Kubikmeter Wasser pro Tag ab, an heißen Sommertagen könnten es über 400.000 Kubikmeter sein, an Wintertagen nur 240.000.

Seit 1990 sei der Pro-Kopf-Verbrauch in Hamburg stark gesunken, und zwar von 179 Litern pro Tag auf jetzt etwa 140 Liter. Braukmann vermutet, dass das vor allem mit der Einführung der Wasserzähler für jede Wohnung zu tun habe. Früher hätten die Hamburger Wohnhäuser oft nur einen Zähler gehabt, die Kosten seien zwischen den Bewohnern aufgeteilt worden. Inzwischen verfügten praktisch alle Wohnungen über eigene Zähler, was einen größeren Anreiz zum Sparen biete. Hinzu komme, dass moderne Wasch- und Spülmaschinen weniger Wasser benötigten.

Treiber des steigenden Verbrauchs

Es gebe aber auch gegenläufige Trends. Baumärkte verkauften günstige Aufstellpools für das Planschen im Garten. Diese könnten acht bis zehn Kubikmeter Wasser fassen. Wer solch ein Basin mehrmals befülle, habe schnell seinen sonst üblichen Jahresverbrauch erreicht, erklärte Braukmann. Auch die Regenwaldduschen in modernen Bädern trieben den Wasserverbrauch in die Höhe.

Selbst an sehr heißen Sommertagen ist die Wasserversorgung in Hamburg aber nicht in Gefahr. Schlimmstenfalls könne es zu Druckschwankungen in den Leitungen kommen, weil die Speicher den Bedarf nicht unmittelbar decken könnten. «"Das Wasser wird knapp" heißt nicht, dass das Grundwasser leergesaugt wird», erklärte Braukmann. (dpa/hp)

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