In einem Forschungsvorhaben wurden die Parameter überprüft, die derzeit für die Mischung von Wässern in einem Wasserwerk gelten.

In einem Forschungsvorhaben wurden die Parameter überprüft, die derzeit für die Mischung von Wässern in einem Wasserwerk gelten.

Bild: © Technologiezentrum Wasser

Wachsende Bevölkerung, wachsende Wirtschaft, die Auswirkungen des Klimawandels – der Wasserbedarf entwickelt sich konstant mit und so auch die Ansprüche an die Bereitstellung von Trink- und Brauchwasser. In Ihlow (Gemeinde in Niedersachsen) startet der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) jetzt ein Projekt, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden.

Im Gewerbegebiet in Riepe ist der Bau eines kleinen dezentralen Wasserwerks geplant, um das schnell wachsende Unternehmen Landguth Heimtiernahrung mit Wasser versorgen zu können. Aus dem vorhandenen Leitungsnetz am Rande des OOWV-Versorgungsgebiets sei der laut Prognosen sogar noch steigende Trinkwasserbedarf des Umnehmens nicht mehr abzudecken. Zudem würde der Verbrauch die Wassermengen, die benötigt werden, um Versorgung der Region zu gewährleisten, zu stark einschränken.
Für das neue dezentrale Wasserwerk soll ein Wasserrecht in Höhe von 0,95 Millionen Kubikmetern pro Jahr beantragt werden. Zum Vergleich: Im Wasserwerk Marienhafe in Siegelsum, einem seiner kleinsten Festland-Wasserwerke, fördert der OOWV 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich.

Erschließung und Forschung in einem Zug

Die aus wirtschaftlichem Wachstum heraus entstandene Herausforderung bietet dem OOWV auch die Möglichkeit, neue Einblicke für sein Projekt zur Grundwassererkundung zu erlangen. Erkenntnisse über den Untergrund und die Wasserwerte des Standortes sind angesichts des steigenden Wasserbedarfs im Nordwesten sowie fast ausgeschöpfter Wasserrechte an verschiedenen Stellen des Verbandsgebiets essenziell. Die Daten aus Riepe helfen, Untergrund- und Grundwasserströmungsmodelle zu überprüfen und verfeinern.

Die Wasserwerks-Pläne in Riepe sind mit den Stadtwerken Emden abgestimmt, deren Wasserschutzgebiet im OOWV-Verbandsgebiet liegt. Beide Wasserversorger schöpfen aus demselben Grundwasserkörper und haben kürzlich einen Kooperationsvertrag für eine enge Zusammenarbeit unterzeichnet. Das gemeinsame Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung in Emden sowie im OOWV-Gebiet sicherzustellen und Synergien zu nutzen, die bei der Erkundung des verfügbaren Grundwasserdargebots entstehen. (hb)

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