Bild: © Tilo Schüssler/Pixelio

Für Frisch- und Abwasser verlangen die Wasserversorger in 82 deutschen Städten vom produzierenden Gewerbe im Schnitt derzeit 4,02 Euro pro Kubikmeter, inklusive Mess- und Grundpreis. Das steht im Wasserpreisvergleich 2018, aus dem der VEA Bundesverband der Energie-Abnehmer am Dienstag Auszüge veröffentlicht hat. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Preise demnach erneut, und zwar um 0,58 Prozent oder ein Cent.

Das Preisniveau und auch die Preisentwicklung zeigt sich demnach in den untersuchten Städten regional unterschiedlich. In 18 gab es Preiserhöhungen, in dreien Senkungen. Prozentual die größten Anstiege hatte die KEW im saarländischen Neunkirchen mit 8,4 Prozent auf 4,45 Euro pro Kubikmeter, die Stadtwerke Bamberg mit 7,2 Prozent auf 3,97 Euro und die Technischen Werke Kaiserslautern mit 6,6 Prozent auf 3,48 Euro.

Brüssel: tendenziell zu niedrig

VEA-Hauptgeschäftsführer Volker Stuke spricht davon, der eine Cent durchschnittliche Erhöhung summiere sich bei tausenden Kubikmetern Wasserverbrauch zu "erheblichen Zusatzkosten, die vor allem kleinere und mittlere Unternehmen stark belasten".

Die EU-Kommission jedenfalls war der Ansicht, die Preise seien tendenziell zu niedrig gewesen. 2012 verklagte sie Deutschland daher vor dem Europäischen Gerichts (EuGH). Deutschland verstoße bei Industrie- und Kraftwerkswasser gegen das Gebot der kostendeckenden Preise aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die Anreize zum Wassersparen setzen sollen. Berlin war und ist der Ansicht, die Richtlinie beziehe sich nur auf Trinkwasser und Abwasser. Es nahm daher unter anderem Entnahme für Bewässerung und industrielle Zwecke, die Aufstauung für die Stromerzeugung aus Wasserkraft, die Schifffahrt und den Hochwasserschutz von der Anwendung des Begriffs "Wasserdienstleistungen" aus der Richtlinie aus. Der EuGH wies Brüssels Klage 2014 ab, gab also Deutschland Recht. (geo)
 

Hier externer Link zum EuGH-Urteil von 2014, deutsche Fassung

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper