In ganz Niedersachsen erfasst der NLWKN Informationen über die Menge und Güte des vorhandenen Grundwassers.

In ganz Niedersachsen erfasst der NLWKN Informationen über die Menge und Güte des vorhandenen Grundwassers.

Bild: © NLWKN

„Die sich seit einigen Jahren in den Messungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) abzeichnende Entwicklung ist auch Ausdruck eines sich infolge des Klimawandels insgesamt verändernden Landschaftswasserhaushalts“, betont Bernhard Ohlrogge, Aufgabenbereichsleiter Grundwasser beim NLWKN. „Die Grundwasserstandsextreme in den Trockenjahren 2018 und 2019 führen dabei anschaulich die in Folge des Klimawandels möglichen Veränderungen vor Augen.“

In dem am Mittwoch veröffentlichten „Sonderbericht zur Grundwasserstandssituation in den Trockenjahren 2018 und 2019“ stellt der Landesbetrieb die Auswirkungen der trockenen Witterungsbedingungen der letzten zwei Jahre auf die Grundwasserstände dar. Im Vergleich zum Trockenjahr 2018 mit bereits landesweit extrem niedrigen Grundwasserständen hat sich die Situation in Niedersachsen 2019 demnach weiter verschärft. „Trotz verhältnismäßig hoher Niederschläge im Winter 2019/20 kann auch für das laufende hydrologische Jahr nicht von einer generellen Entspannung der Grundwasserstandssituation ausgegangen werden“, prognostiziert Ohlrogge.

Ausnahme wird die Regel

„Die Entwicklung, die sich seit einigen Jahren in unseren Grundwasserständen abzeichnet – nicht nur als Folge der Trockenjahre 2018 und 2019 sondern auch der Jahre davor – sind nicht lediglich Folge zufälliger Witterungsschwankungen, sondern auch Ausdruck eines sich infolge des Klimawandels insgesamt verändernden Landschaftswasserhaushalts“, heißt es in dem Sonderbericht. Die Grundwasserstandsentwicklung in den Trockenjahren 2018 und 2019 habe anschaulich die in Folge des Klimawandels möglichen Veränderungen vor Augen geführt.

Diese Veränderungen dauerten an. „Die Entwicklung der Grundwasserstände hat Anzeichen einer Übergangssituation“, schreibt das NLWKN. „Auf welchem Niveau sich die Grundwasserstände mittel- und langfristig einpendeln, ist derzeit nicht absehbar. Eine Rückkehr zu früheren Verhältnissen ist jedoch vor dem Hintergrund der langfristigen und auch mittelfristigen Klima- und Witterungsprognosen fraglich.

Neue Ausgangslage

„Es ist daher zu überlegen, ob die langjährigen Mittel aus früheren Zeiträumen weiterhin eine ausreichende Grundlage für wasserwirtschaftliche Planung und Genehmigung bleiben können“, meinen die Experten, „oder ob ein stärkerer Fokus auf die Gegebenheiten der letzten 15 Jahre oder die bestmöglich verfügbaren Prognosen für die nahe Zukunft inklusive der möglichen Extrembedingungen zu richten ist."

Das betreffe nicht nur die Wasserwirtschaft als solche, auch Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gewerbe und Privathaushalte stünden vor enormen Herausforderungen, ihren Wasserverbrauch und auch ihren Wasserbedarf neu auszurichten. „Und es geht dabei nicht um Planungen für die Zukunft, es geht um die Frage, wie Gesellschaft und Politik mit den veränderten Rahmenbedingungen verantwortungsvoll umgehen werden“, heißt es in dem Fazit des Sonderberichts. Denn auch die aktuelle Witterungsentwicklung gebe keinen Anlass zur Entspannung.

Vorausschauende Planungen notwendig

Bereits der April 2020 weise erneut extrem trockene Verhältnisse auf und schüre die Befürchtung auf ein drittes Trockenjahr in Folge. Umso wichtiger sei daher die sorgfältige und vorausschauende Bewirtschaftung des Grundwassers, um weiterhin eine ausreichende Wasserversorgung für Mensch und Umwelt in Niedersachsen zu erhalten. (hp)

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