Blick auf den Karl-Valentin-Brunnen in München. Bei der Aufnahme handelt sich um ein Archivfoto.

Blick auf den Karl-Valentin-Brunnen in München. Bei der Aufnahme handelt sich um ein Archivfoto.

Bild: © Dominik Ultes/AdobeStock

Es regnet wieder in Deutschland, doch die Wasserampeln in Oberursel, Usingen und anderen Kommunen Hessens bleiben auf Rot. Aus gutem Grund: Denn bis sich die Grundwasserlage nach der langen Hitze- und Dürreperiode entspannt, muss es im nach Bevölkerung fünftgrößten Bundesland noch deutlich öfter und mehr regnen.

"Wir brauchen sicher einen langanhaltenden Landregen und das über einige Wochen", sagte Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat der Deutschen Presse-Agentur.

Hessenwasser: So hohe Abgabemenge wie noch nie

Die Hitzewelle hatte bei Hessenwasser schon Ende Juni zu einem Rekord bei der Abgabemenge geführt. Der bisherige Spitzenwert aus dem Jahr 2019 wurde überschritten. Am 25. Juni 2026 wurden 440.796 Kubikmeter Wasser entnommen – so viel wie nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens. 

Dass die Entnahmemenge trotz andauernder Hitze danach wieder sank, lag Jreisat zufolge an den Sommerferien. Hessenwasser versorgt etwa 60 Prozent der Bevölkerung in der Rhein-Main-Region, darunter die Großstädte Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt.

Bis die Grundwasserspeicher gar wieder voll sind, kann es nach Angaben des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) noch dauern. Das Landesamt rechnet im weiteren Verlauf des Sommers "jahreszeitlich bedingt mit weiter rückläufigen Grundwasserverhältnissen". 

Extremes Niedrigwasser im Großraum Alpen

Sehr bis extrem niedrig sind die Grundwasserpegel auch in großen Teilen Süddeutschlands. Zwei Drittel der Messstellen im Großraum Südwestdeutschen Grundgebirge färbten sich am Mittwoch im Niedrigwasser-Informationssystem dunkelrot. Im Großraum Alpen, wo es eigentlich viel Niederschlag gibt waren es sogar alle Messstellen. Dunkelrot steht für extremes Niedrigwasser.

Etwas Entspannung meldeten Behörden an Deutschlands längstem Fluss, dem Rhein. Nach zuletzt einstelligen Werten waren am Pegel bei Kaub am Dienstag und Mittwochmorgen bis zu 14 Zentimeter gemessen worden, wie aus dem Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice (Elwis) der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung hervorgeht. 

Für die kommenden Tage werden weiter leicht steigende Werte prognostiziert. Anschließend deutet sich demnach aber wieder ein Rückgang an. Experten hatten schon vor mehreren Tagen darauf hingewiesen, dass trotz des angekündigten Regens kein baldiges Ende des Rhein-Niedrigwassers in Sicht ist. 

Spree: Behörden greifen stärker ein

Im Süden Brandenburgs versuchten währenddessen Behörden, möglichst viel Wasser in der Spree zu halten. Ausbleibender Regen und Hitze hätten die Lage verschärft, teilte das Landesumweltministerium in Potsdam am Dienstag mit. Auch in Speichern seien zu wenige Wasserreserven. 

Daher sei die zweite Phase eines Konzepts zur Niederwasserbewirtschaftung ausgerufen worden, hieß es in der Ministeriums-Mitteilung. "Die erforderlichen Mindestabflüsse können in der Spree nicht mehr gehalten werden und die fehlenden Wasserreserven in den Speichern erfordern zusätzliche Maßnahmen zur Abflussstabilisierung im mittleren Spreegebiet."

In den vergangenen Tagen hatten sich Wasserverbände mit Appellen an die Politik gewandt. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) forderte, wasserwirtschaftliche Infrastrukturprojekte als Vorhaben von überragendem öffentlichen Interesse einzustufen.

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) schlug vor, den Wasserrückhalt in Siedlungen und in der Landwirtschaft zu fördern. Und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verlangte, behördliche Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und zu verkürzen.

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