Luftbild der Neyetalsperre im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen

Luftbild der Neyetalsperre im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen

Bild: ©mitifoto/AdobeStock

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE) äußert scharfe Kritik gegenüber der nordrhein-westfälischen Landesregierung und ihrem Umgang mit der Stromerzeugung aus Wasserkraft. 2023 seien landesweit nur drei Anlagen mit zusammen 0,7 Megawatt Leistung ans Netz gegangen. „Bei solchen Zahlen verbietet es sich, von Ausbau zu sprechen“, erklärte der Verbandsvorsitzende Hans-Josef Vogel.

Es könnte viel mehr Energie durch Wasserkraftanlagen in NRW gewonnen werden, trotzdem würden zu langsame Verfahren Investoren erheblich ausbremsen und Potenziale für die Stromerzeugung aus Wasserkraft verschwendet werden.

Genehmigungsbehörden bremsen Fortschritt

Die Neubewertung von heutigen Wasserkraftanlagen als nachhaltige und fischfreundliche Lösungen sei bei den Genehmigungsbehörden im Land noch nicht angekommen. Die gesetzliche Bearbeitungsfrist betrage abhängig von der Anlagengröße zwischen ein und zwei Jahren. „Es ist aber ein Unding, dass potenzielle Investoren in NRW nach wie vor ein Jahrzehnt und länger auf die behördliche Zustimmung warten“, kritisierte der Verbandsvorsitzende. Der LEE erwartet von der Landesregierung klare Weisungen an die Wasserbehörden.

Auch die Verschwendung der bestehenden Potenziale für die Wasserkraftnutzung müsse ein Ende haben. Besonders durch Modernisierung der bestehenden Anlagen könnten diese noch erheblich ausgeschöpft werden. Auch der Neubau von Anlagen an bestehenden Staustufen sei eine Chance, da die Wasserkraft aktuell nur an knapp vier Prozent der Querverbauungen genutzt werde. Eine weitere Möglichkeit sieht der Landesverband in den Talsperren NRWs. Bei 81 Sperren wird aktuell nur an 40 Talsperren die Wasserkraft zur Energiegewinnung genutzt. (dpa/hb)

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