OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht (li.) und Vorsteher Sven Ambrosy (re.) begrüßen Harald Hinrichs, Bürgermeister von Esens, als neues Mitglied im 13-köpfigen Vorstand des Wasserverbands.

OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht (li.) und Vorsteher Sven Ambrosy (re.) begrüßen Harald Hinrichs, Bürgermeister von Esens, als neues Mitglied im 13-köpfigen Vorstand des Wasserverbands.

Bild: © Heiko Poppen/OOWV

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) passt zum 1. Januar 2023 die Preise im Trinkwasserbereich an. Diese Entscheidung trafen am Dienstag die Mitglieder der Verbandsversammlung ohne Gegenstimme.

Der Trinkwasserpreis steigt zum 1. Januar 2023 von derzeit 98 Cent auf 1,18 Euro pro Kubikmeter inklusive Mehrwertsteuer. Der Grundpreis, der künftig auch die bisherige Zählermiete umfasst, beträgt dann 6,08 Euro monatlich inklusive Mehrwertsteuer. Hierfür fallen derzeit 3,99 Euro monatlich an.

Weiterhin günstiger Versorger

Für einen Ein-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 32 Kubikmetern bedeutet die Preisanpassung eine monatliche Mehrbelastung von 2,62 Euro, für einen Drei-Personen-Haushalt mit 96 Kubikmetern 3,69 Euro und für einen Fünf-Personen-Haushalt mit 160 Kubikmetern 4,76 Euro.

Nach Angaben von Vorsteher Sven Ambrosy zählt der OOWV damit weiterhin zu den günstigen Versorgern in Niedersachsen. Die niedersächsische Landeskartellbehörde berichtete schon Mitte 2020 von einem Durchschnittspreis von 2,12 Euro netto pro Kubikmeter.

Schwerpunkte der Investitionen

OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht nannte die moderate Anpassung „erforderlich, um die Versorgung der Bevölkerung mit der wertvollen Ressource Trinkwasser auf Dauer und auch für nachfolgende Generationen sicherzustellen“. Auswirkungen des Klimawandels, der Pandemie und des Ukraine-Kriegs sowie Investitionen in die Qualität der Versorgungsnetze sind wesentliche Faktoren der Preisanpassung.

In diesem Jahr investiert der OOWV rund 52,5 Millionen Euro in die Trinkwasserinfrastruktur. „Für 2023 sehen wir Maßnahmen in Höhe von etwa 77 Millionen Euro vor“, blickte Specht voraus. Aktuelle Schwerpunkte sind laut Ambrosy der Neubau des Wasserwerks im ostfriesischen Siegelsum, der Bau der 38 Kilometer langen Transportleitung zwischen Diekmannshausen im Landkreis Wesermarsch und Sandelermöns im Landkreis Friesland sowie die flächendeckende Erneuerung von Trinkwasserleitungen.

Klärschlammverbrennungsanlage geht 2023 in Betrieb

Weitere erforderliche Investitionen zeichnen sich bereits ab. Der Trinkwasserversorger will zwei zusätzliche Wasserwerke realisieren. Seine bestehenden Wasserrechte sind bei jährlichen Abgaben von mehr als 80 Millionen Kubikmetern zu fast 90 Prozent erschöpft. „Für die Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete und somit weiteres Wachstum sind ausreichende Wasserreserven eine Grundvoraussetzung“, stellte Specht klar. Die geplante Ansiedlung von Firmen in der Wasserstoff-Industrie werde den Wasserbedarf nochmals steigern.

Beschlossen hat die Verbandsversammlung auch den Wirtschaftsplan Abwasserentsorgung. Nach rund 54,5 Millionen Euro in diesem Jahr sind 2023 Investitionen von gut 50 Millionen Euro vorgesehen. Zu den großen Maßnahmen zählen die Modernisierung der Kläranlage Varel sowie der Bau von zwei neuen Faultürmen auf der Kläranlage Lohne-Rießel. Im kommenden Jahr soll außerdem die Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage in Bremen in Betrieb gehen, die der OOWV zusammen mit EWE Wasser, HanseWasser und swb gebaut hat.

Wechsel im Vorstand

Eine Veränderung gibt es im Vorstand des OOWV. Karin Emken (Landkreis Wittmund) hat ihr Amt aus zeitlichen Gründen niedergelegt. Für sie rückt Harald Hinrichs, Bürgermeister der Samtgemeinde Esens, nach Beschluss der Verbandsversammlung nach. Hinrichs ist schon seit 25 Jahren in den Gremien des OOWV vertreten. (hp)

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